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„Standorteffekt“ durch Filmförderung

OP-Gespräch mit Til Schweiger „Standorteffekt“ durch Filmförderung

Seit Montag dreht der deutsche Superstar 
Til Schweiger in Marburg seinen neuen Film 
„Conni & Co 2“. Am 
Rande der Dreharbeiten nahm er sich Zeit für ein kleines Interview.

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 Til Schweiger plaudert in einer kurzen Drehpause mit einem ­Mitarbeiter.

Quelle: Nadine Weigel

OP: Herr Schweiger, wie gefällt Ihnen Ihre Neustadt-Kulisse für Ihren Film „Conni & Co 2“?
Til Schweiger: Ich finde es super, zum ersten Mal in meiner hessischen Heimat zu drehen. Ich komme ja aus Heuchelheim. Marburg ist eine wunderschöne Filmkulisse, sehr malerisch. Mein Vater war übrigens hier in Marburg 13 Jahre lang Leiter des Abendgymnasiums. Ich war zuletzt vor 25 Jahren in Marburg: 1991 auf der Filmtour mit „Manta Manta“ (Anm. der Redaktion: Mit der Rolle des Bertie in der Action-Komödie begann Til Schweigers große Karriere).

OP: Wie sind Sie überhaupt auf Marburg als Drehort für Ihren neuen Film gekommen?
Schweiger: Ich selbst bin gar nicht auf Marburg gekommen, das war die Produktion. Ein Teil der Finanzierung kommt von der hessischen Filmförderung. Das bedeutet, man muss einen Standorteffekt erzielen und einen Teil des Films in Hessen drehen. Location-Scouts haben dann auf Marburg hingewiesen, man wusste, dass es eine schöne Stadt ist.

OP: Sie haben in Ihrer Karriere bisher Komödie, Tragikomödien, Dramen und Actionfilme gemacht, zuletzt „Honig im Kopf“, einen der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten. Was reizt Sie an einem Kinderfilm wie „Conni & Co“?
Schweiger: Mich hat es schon immer gereizt, einen Kinderfilm zu machen. Erst mal liegt‘s auf der Hand: Ich habe vier Kinder und arbeite gerne mit Kindern zusammen. Jetzt war es doppelt interessant, weil Emma ja die Conni spielt. Ich habe den ersten Teil gesehen und fand auch, dass die anderen Kinder hervorragend besetzt waren und habe mich deswegen sehr gefreut, hier die Regie zu machen.

OP: Sie sind Regisseur, aber auch Co-Produzent bei dem Film. Was sagt denn der Co-Produzent, wenn der Regisseur zu viel Geld verbrennt?
Schweiger: Das passiert eigentlich nicht, weil ich ja keine gespaltene Persönlichkeit bin und deswegen immer auch die Kosten mit im Blick habe und mir nur das leiste, was ich mir leisten kann.

OP: Es gibt ja auch Hollwood-Beispiele, wo das anders gelaufen ist.
Schweiger: Ja klar, die gibt es auch in Deutschland. Das gibt es sehr oft, dass Regisseure das Geld der Produzenten verbrennen, nach dem Motto: nach mir die Sintflut. Es gibt berühmte Beispiele, wo viele Produktionsfirmen pleite gegangen sind, weil der Regisseur einfach kein Team-Player war. Im Idealfall hat man einen Produzenten, der den optisch möglichst groß aussehenden Film machen will und das Geld bereitstellt und eben auch einen Regisseur hat, der die Kosten im Blick hat. Es ist keinem geholfen, wenn der Produzent ins Minus geht.

OP: Sie sind ein Multitalent: Sie schreiben Drehbücher, sie sind Schauspieler, sie produzieren Filme und sie führen Regie? Was sind Sie am Liebsten.
Schweiger: Ich mache ja alles gerne. Aber ich glaube, wenn ich mich entscheiden müsste, wenn jemand sagen würde, du darfst nur noch einen Beruf ausüben, dann wäre ich Regisseur.

von Uwe Badouin

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