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Standing Ovations im Gotteshaus

„Getanzte Vesper“ Standing Ovations im Gotteshaus

Einen Gottesdienst, der mit allen Sinnen wahrgenommen werden wird – dieses Experiment war am Samstag in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zu erleben. „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ lautete der Titel einer getanzten Vesper, die mehr als hundert Gäste berührte und begeisterte.

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Drei Darstellerinnen tanzen die „Vesper“ in der Pfarrkirche St. Peter und Paul.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Eine „getanzte Vesper“? So mancher dürfte skeptisch gewesen sein beim Betreten der Kirche, was ihn wohl erwartet. „Kein Konzert, keine Show“, stellte Pfarrer Klaus Nentwich gleich zu Beginn klar. Es gehe um den Gottesdienst. Aber eben mal auf eine andere Art. Sowohl die Vesper als das liturgische Abendgebet der Kirche wie auch der Tanz seien bereits sehr alt, so Nentwich. Eine Kombination sei aber ungewöhnlich.

Dann erklingt in der Weite des Kirchenraums Musik. Und buntes Licht verändert die Atmosphäre. Zu einer Sonatine für Oboe sollen die Besucher der Vesper ankommen. Eine der drei Tänzerinnen interpretiert die Klänge, kurz darauf tanzen Dorothée Bretz aus Fulda, Loreen Fajgel aus Kassel und Laila­ Clematide aus Düsseldorf gemeinsam. Die Form eines Sterns wird angedeutet – „ein Stern, der ­erstrahlen wird“, wie Klaus Nentwich erläutert.

Der Advent ist die Zeit der Erwartung und der Hoffnung – ein Wort, das sich vom Mittelniederdeutschen „hopen“ ableitet: hüpfen, springen. Insofern passt das Element des Tanzes allein schon in der Begrifflichkeit. Die Umsetzung war kongenial und sehr berührend. Judith Gerdes an der Oboe, Sängerin Gudrun Stute und Ulrich Moormann an der Orgel waren für die musikalische Gestaltung zuständig, die Firma Flashlight fürs Lichtdesign.

Und auch wenn die getanzte Vesper explizit keine Show ­darstellen sollte, durfte am ­Ende aber natürlich geklatscht werden. Es gab sogar stehende Ovationen. Von Skepsis keine Spur mehr.

von Nadja Schwarzwäller

 
 
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