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„Standing Ovations“ für Laienorchester

34. Stadtallendorfer Adventskonzerte eröffnet „Standing Ovations“ für Laienorchester

Das Orchester Collegium musicum stimmte die vielen Zuhörer in der Stadtallendorfer Stadtkirche mit einem abwechslungsreichen Programm auf die Weihnachtszeit ein.

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Hochkonzentriert präsentierten sich die Streicher des Collegium musicum Stadtallendorf bei ihrem Adventskonzert in der Stadtkirche.

Quelle: Florian Gaertner

Stadtallendorf. Die Reihe der Stadtallendorfer Adventskonzerte erfreut sich großer Beliebtheit. Auch beim diesjährigen Eröffnungskonzert war die evangelische Stadtkirche wieder nahezu ausverkauft. „Wir sind überwältigt von der großen Besucherzahl“, freute sich Ingeborg Schmidt vom Collegium musicum bei ihrer Begrüßung.

Das etwa 30-köpfige Laien-Streichorchester rund um seinen ambitionierten Leiter Georgi Kalaidjiev hatte ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt. „Er hat uns dieses Mal einiges zugemutet“, gab Schmidt am Ende des Abends zu, ergänzte aber direkt, dass sich die Laienmusiker etwa die mächtige Streicherserenade von Tschaikowsky selbst gewünscht hätten. Die Leidenschaft zur Musik war dem Orchester anzuhören. Die Musiker spielten hochkonzentriert, stets mit viel Energie und begeisterten das Publikum mit ihrem warmen und vollen Orchesterklang.

Auch bei diesem Konzert wurde das Collegium musicum von Profimusikern des Stadttheaters Gießen unterstützt, besonders um den umfangreichen Klang der Tschaikowsky-Serenade zu erreichen. Unter den Kollegen aus Gießen gelte Tschaikowskys Serenade als „Wunder von Stadtallendorf“, erzählte Schmidt.

Eröffnung mit Elias

Denn das Collegium musicum spielt ohne Dirigenten – Georgi Kalaidjiev steht bei den Konzerten inmitten seiner Musiker und leitet als spielender Konzertmeister. „Wir sind das so gewohnt“, so Schmidt. Die Solisten hatte Kalaidjiev wieder in ganz Deutschland gesucht und gefunden. Sie fügten sich wunderbar ins Spiel mit dem Streichorchester ein.

Passend zum Advent begann das Konzert mit der Alt-Arie „Sei stille dem Herrn“ aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorium Elias, das fabelhaft von der Berliner Sängerin Frauke Willimczik interpretiert wurde.

Besinnliche Stimmung kam auch bei ihren drei Arien aus Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ auf, das in dieser Zeit nicht fehlen darf. Solistisch traten hier Peter Sanders vom Gießener Stadttheater an der Oboe d’Amore sowie Volkmar Krafft am Cembalo und Cornelia Heymann am Cello auf – und natürlich Georgi Kalaidjiev selbst an der Geige.

Mit flinken Solo-Passagen begeisterte auch dieses Jahr wieder Stefanie Schroedl vom Sinfonieorchester Schleswig-Holstein. Doch dieses Jahr mussten die Laienmusiker nicht ihrem flotten Tempo folgen, wie im vergangenen Jahr bei der „Badinerie“ aus Bachs h-Moll-Orchestersuite.

Philip Schütz übernimmt Musikschulenleitung

So sorgten dieses Mal die Streicher eher für ein tieferes Fundament zum schnellen Spiel der hellen Piccolo-Flöte. Das Orchester bildete mit seinem kraftvollen, majestätischen Klang einen schönen Kontrast zum feinen, leichtfüßigen Spiel der Flötistin.

Tolle Solisten gibt es in Stadtallendorf aber auch im direkten Umfeld, wie Philip Schütz eindrucksvoll bewies. Der Musiker, der bei einem Unfall im Alter von vier Jahren beide Beine verlor, wurde bei dem Konzert gleichzeitig als neuer Leiter der evangelischen Sing- und Musikschule Stadtallendorf dem Publikum vorgestellt.

Bei seinem Trompetenkonzert in D-Dur von Giuseppe Torelli musizierten Orchester und Schütz als Solist als ebenbürtige Partner. Die feinen, warmen Streicher ergänzten sich hervorragend mit der hellen, feierlichen Trompete. Das Publikum war begeistert. Nach der Wiederholung der Elias-Arie als Zugabe und ruhigem Ausklang bedankten sich die Zuhörer mit Standing Ovations für das mitreißende Konzert.

Am kommenden Sonntag ist bei den Adventskonzerten der deutsche Gospel- und Soul-Star Helmut Jost mit seiner A-cappella-Christmas-Tour zu Gast. Ab 19.30 Uhr präsentiert er mit seinen Freunden in der Stadtallendorfer Stadtkirche bekannte Weihnachtslieder, wie „Hark, the Herald Angels Sing“, „The First Noel“ sowie „Stille Nacht“ oder „Have Yourself a Merry Little Christmas“.

von Mareike Bader

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