Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 13 ° Regen

Navigation:
Stallone fasziniert als Box-Trainer

Kinostart: „Creed – Rocky’s Legacy“ Stallone fasziniert als Box-Trainer

Nach sechs „Rocky“-Filmen kommt nun ein spezieller Ableger der Serie in die Kinos: Sylvester Stallone tritt erneut als Rocky Balboa an; die Hauptrolle des jungen Boxers aber hat Michael B. Jordan übernommen.

Voriger Artikel
Rasanter Thriller über Profitgier
Nächster Artikel
Animierte Ameisen und gefährliche Aliens

Rocky (Stallone, rechts) trainiert im neuen Film der Boxer-Reihe den Sohn seines ehemaligen Gegners Apollo Creed.

Quelle: Warner Bros.

Mit „Rocky“ startete eine Reihe, die längst nicht nur zu den Klassikern des Box-Films gehört, sondern auch wie kaum ein zweiter Film gleichsam exemplarisch die Geschichte eines Underdogs erzählt, der sich seinen Weg nach oben erkämpft.

Diesmal nun steigt Stallone nicht selbst als Boxer, sondern als Trainer eines jungen, von Michael B. Jordan verkörperten Talents in den Ring. Erstmals zeichnet Stallone zudem nicht wie bei allen bisherigen „Rocky“-Teilen fürs Drehbuch verantwortlich. Die Regie kommt von US-Regisseur Ryan Coogler, der bisher mit „Fruitvale Station“ erst einen Langfilm veröffentlicht hat.

Adonis Johnson (Jordan), Hauptfigur des Films, hat seinen berühmten Vater, den Boxer Apollo Creed, nie kennengelernt. Der starb bei einem Kampf im Ring (zu sehen in „Rocky 4“). Johnson reist nach Philadelphia, um sich dort von Rocky (Stallone), dem einstigen Gegner und späteren Freund seines Vaters, zu einem richtigen Kämpfer ausbilden zu lassen. Balboa hat mit dem Boxsport abgeschlossen und weigert sich zunächst, dem jungen Kämpfer zu helfen.

Für Fans der „Rocky“-Filme hält auch „Creed“ einige schöne Reminiszenzen und Gänsehaut-Momente parat. Viele dieser Erinnerungen kommen ganz unaufdringlich daher, hier beweist Regisseur Coogler, der erst 29 Jahre zählt, sein Talent.

Respektvoll und erfrischend, entspannt und selbstironisch

Selbst die Erkrankung Balboas, immerhin lebensbedrohlich, spielt mehr am Rande eine Rolle. Was nicht zuletzt auch dem altersweisen und trockenen Humor Balboas, respektive Stallones, zu verdanken ist.

Man sieht dem Schauspieler, der von der Kritik ob seiner darstellerischen Fähigkeiten nicht immer gänzlich ernst genommen wurde, auch ein jedes dieser Jahre an. Wenigen Darstellern allerdings ist ein derart entspannter und selbstironischer Umgang mit der eigenen Hinfälligkeit gegeben wie Stallone.

Es ist erstaunlich, mit welch großer Selbstverständlichkeit ein so junger Regisseur wie Coogler mit einer von so vielen verehrten Reihe wie „Rocky“ umgeht. Ein stets zwar respektvoller, aber doch auch erfrischender Umgang mit einer in die Jahre gekommenen Legende.

Statt Bill Contis teils melancholischer Musik von 1976 etwa gibt es diesmal viel Rap zu hören; überhaupt ist „Creed“ recht stark in der afroamerikanischen Kultur verwurzelt, auch der Regisseur selbst ist Afroamerikaner.

Der sehr gelungene „Creed“ zwar wird wohl keinen Oscar holen in der Kategorie „Bester Film“ (dafür hat der Jahrgang zu viele starke Filme), Stallone gewann Anfang der Woche aber schon den Golden Globe als bester Nebendarsteller.

  • Der Film läuft im Cineplex.

von Matthias von Viereck

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr