Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Spielberg lässt die Dinos wieder los

Kinostart: „Jurassic World“ Spielberg lässt die Dinos wieder los

Der vierte Teil der Dino-Saga bietet technisch brillantes Action-Kino mit Biss. Die Schauspieler sind zum Glück viel mehr als nur Staffage für ein tierisches Spektakel.

Voriger Artikel
Romantische Erfolgskomödie aus Spanien
Nächster Artikel
Faltz will Zuschauern bunte Show bieten

Davon träumt jedes Kind: Gray (Ty Simkins) und Zack (Nick Robinson) rasen in einem futuristischen Gefährt neben Dinos her. Alles ist gut, bis der Große ausbricht.

Quelle: Universal

Es scheint so, als wäre Hollywood in diesem Sommer auf dem Weg zurück in eine goldene Vergangenheit. Der Australier George Miller schreibt mit „Mad Max: Fury Road“ seine apokalyptische Wüstensaga fort, Arnold Schwarzenegger kehrt im Juli mit „Terminator: Genisys“ auf die Leinwände zurück, und Steven Spielberg legt 22 Jahre nach „Jurassic Park“ als ausführender Produzent mit „Jurassic World“ einen vierten Dino-Film vor, der in puncto Spezialeffekte keine Wünsche offen lässt.

Natürlich entspringt das Revival der Blockbuster nicht nur nostalgischen Gefühlen, sondern auch finanziellem Kalkül: Spielbergs spektakulärer Dino-Erstling von 1993 war der erste Film, der weltweit über eine Milliarde Dollar einspielte, allein in Deutschland haben über 18 Millionen Zuschauer die ersten drei „Jurassic Park“-Folgen gesehen.

Menschen, Dinos, Sensationen

Immer noch einen draufsetzen: Diese uralte Hollywood-Logik spießt das neue, technisch brillante 3-D-Spektakel „Jurassic World“ fast schon selbstironisch auf. In einem gigantischen Themenpark mit Streichelzoo und Aquarium auf einer Insel vor Costa Rica basteln die Wissenschaftler an genmanipulierten Urzeit-Viechern, um die Besuchermassen und Investoren mit immer neuen Attraktionen zu erfreuen.

Die ehrgeizige Park-Managerin Claire (Bryce Dallas Howard) muss ständig Sensationen präsentieren, obwohl der besonnene Tierpfleger Owen (Chris Pratt) vor den Tricksereien im Reagenzglas warnt. Als Claires junge Neffen Gray (Ty Simkins) und Zach (Nick Robinson) den Park besuchen, kommt es zur Katastrophe: Ein Riesensaurier bricht aus dem Sperrbezirk aus und läuft Amok. Die beiden Jungs und mit ihnen rund 20.000 Besucher des futuristischen Parks schweben in Lebensgefahr.

Regie bei diesem Action-Abenteuer führte Newcomer Colin Trevorrow, aber „Jurassic World“ ist wieder ein typischer Spielberg-Film geworden. Die eigentlichen Stars sind natürlich die Saurier, die aus der Special‑Effects-Firma Industrial Light & Magic von George Lucas stammen. Ob süße Streicheltierchen oder zähnefletschende Bestien: Die Urviecher stampfen, rasen, fliegen und schwimmen in so staunenswerter „Lebensechtheit“ über die Leinwand, dass man als Zuschauer schon mal den Atem anhalten kann.

Militärs machen Echsen zu Kampfmaschinen

Aber Spielberg hat dazu zum Glück auch noch Schauspieler, die viel mehr sind als bloße Staffage. Chris Pratt spielt den sensiblen Dino-Versteher Owen, ein Naturbursche, der in seiner Freizeit gern an seinem alten Motorrad schraubt. Er hat sich in die coole Managerin Claire (überzeugend: Bryce Dallas Howard) verliebt, die zunächst unnahbar bleibt, dann aber doch noch die Ärmel hochkrempelt und zupackt.

Typisch Spielberg ist das große Abenteuer, das die beiden Jungs Gray und Zach erleben. Auf der Flucht vor den Dinos dürfen sie Jeep fahren, in Wasserfälle springen und spüren, wie wichtig brüderliche Hilfe ist. Für die komischen Einschübe ist der indische Charakterdarsteller Irrfan Khan („Slumdog Millionär“) zuständig, der eine Lanze für das kreative Chaos bricht. Vincent D’Onofrio schließlich gibt den Gegenspieler, einen aalglatten Militärexperten und Technokraten, der die Dinos zu Kampfmaschinen ausbilden will.

Politisch ist alles sehr korrekt geraten in diesem kurzweiligen Action-Abenteuer, aber am Ende zählen dann doch die Schauwerte: Das Finale funktioniert ganz einfach: Was ist besser als ein großer Dinosaurier? Zwei große Dinosaurier, die sich gegenseitig zerfleischen und gleich den ganzen Themenpark in Schutt und Asche legen. Fast den ganzen Park, am Ende überlebt eines der Viecher. Fortsetzung folgt?

  • Der Film läuft im Cineplex.

von Johannes von der Gathen

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr