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Spektakel mit vielen Knalleffekten

„Don Juan“ Premiere auf dem Marktplatz Spektakel mit vielen Knalleffekten

„Don Juan“ ist angekommen in Marburg. Am Freitag hatte die Komödie von Molière in einer Inszenierung von Intendant Matthias Faltz Premiere auf dem Marktplatz.

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Umrahmt vom Chor betritt Don Juan (Martin Maecker) die Bühne: Rosenblüten säumen seinen Auftritt.

Quelle: Arne Landwehr

M arburg. Viel Show, wenig Molière – so lässt sich der „Don Juan“ von Intendant Matthias Faltz wohl auf den kürzesten Nenner bringen.

Wer ein buntes, farbenprächtiges Theaterspektakel mit Artisten, mit Anleihen beim Straßentheater und mit viel Musik sehen möchte, der ist bei „Don Juan“ richtig. Wer wissen will, wer dieser Don Juan eigentlich ist, der sollte Molière lesen.

Pünktlich zur Premiere am Freitagabend begann der Regen. Tropfen für Tropfen wurde vom Premierenpublikum registriert, bis es sich nicht mehr lohnte, weil zu viele vom Himmel fielen. Schirme und Regenjacken waren unentbehrliche Requisiten. Es ist eben Open-Air-Theater im zurzeit recht launischen Marburger Sommer.

Das Ensemble und die 480 Zuschauer ließen sich davon nicht schrecken. Auch eine etwa zehnminütige Regenunterbrechung brachte das Ensemble nicht aus dem Konzept. Sie war nötig, weil die Schauspielerin Victoria Schmidt auf der regennassen Bühne zweimal gestürzt war.

Gleich zum Auftakt gibt es einen großen Knalleffekt: Don Juan (Martin Maecker) betritt mit dem 30-köpfigen Frauenchor den Platz, aus dem obersten Rathausfenster seilen sich zwei Artisten ab, eine Windmaschine bläst rote Rosenblätter aus Papier über den Platz. Es gab Szenenapplaus für den großen Auftritt des Verführers.

In diesem Stil geht es weiter: Es gibt unglaublich viele Schaueffekte in diesem ungeheuer aufwändigen „Don Juan“. Faltz lässt den gesamten Platz bespielen, das Rathaus und selbst die umliegenden Häuser sind eingebunden. Die Lichtdesigner René Liebert und Andreas Mihan, die schon die Stadthalle in „The Black Rider“ faszinierend ausleuchteten, haben ein grandioses Konzept entwickelt. Sie zaubern mit Licht unterschiedlichste Stimmungen, tauchen das Rathaus in mysteriöse Farbmuster, die Fenster leuchten blau, gelb, grün oder rot.

Das Theaterspektakel endet, wie es begonnen hat: mit Knalleffekten. Eine Artistin geht vorwärts am Seil die Rathauswand herab. Und Egon Vaupel, mittlerweile zur Statue umgeschminkt, holt Don Juan mit einem Caterpillar von der Bühne hinab in die Hölle – oder vielleicht doch nur in die Marburger Sommernacht.

von Uwe Badouin

Mehr lesen Sie am Montag in der Printausgabe der OP.

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