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Spaß spielt hier die erste Geige

Streicherband Spaß spielt hier die erste Geige

Musik ist bei Kindern und Jugendlichen zwar angesagt, aber selbst ein Instrument erlernen wollen immer weniger Kinder. Dabei hat das positive Auswirkung auf die Entwicklung von Kindern - und Spaß macht‘s auch. Am Sonntag sind die Kinder im Cineplex live zu erleben.

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Sie haben die Bögen fest in der Hand: Die Kinder der Streicherbande Cappel proben mit ihrer Leiterin Marie Verweyen für einen Auftritt im Cineplex. Fotos: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Stille. Dann zittern die zarten Töne einer Geige durch den Klassenraum, mehr Geigen kommen hinzu, Cellos, und Klarinette folgen und fügen sich zu einem fröhlichen Ganzen. Freitagnachmittags in der Erich-Kästner-Schule - die Streicherbande Cappel erobert das Musikzimmer. Leander ist einer von ihnen.

„Zuerst wollte ich ja fünf Instrumente lernen, aber das war meinen Eltern dann doch zu viel“, sagt der Neunjährige und kichert. Er hat sich letztlich dann „nur“ für Cello und entschieden.

Mit dem Wunsch gleich mehrere Instrumente gleichzeitig erlernen zu wollen, ist Leander eine echte Ausnahme. Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung aus dem Jahre 2008 sind die Zahlen derer Kinder, die ein Instrument erlernen, rückläufig. Nur in jedem sechsten Haushalt wird noch ein Musikinstrument gespielt.

Dabei hat das Lernen eines Instrumentes einen positiven Effekt auf die Entwicklung von Kindern. Demnach führt es zu einer Steigerung der Intelligenz, der geistigen Aufnahmefähigkeit, der Friedfertigkeit und des Selbstwertgefühls. Das kann auch die Leiterin der Streicherbande Marie Verweyen bestätigen: „Zum Musikmachen gehört Konzentration. Die Kinder müssen unterschiedlichste Bewegungen machen, Noten lesen, gleichzeitig hören, was die anderen spielen - da fängt es im Kopf ganz schön an zu brutzeln“, sagt Verweyen.












 
 
 
 
 
 
 
 
 
 





„Da muss man auch Durststrecken überwinden“

Bei der intensiven Beschäftigung mit dem komplexen Medium Musik werden Studien zufolge kognitive Funktionen trainiert. Wenn Kinder gemeinsam Musizieren wie in der Streicherbande erlangen sie zudem schneller soziale Kompetenz. „Wenn einer merkt, dass es für die anderen ja auch blöd ist, weil er als einziger nicht geübt hat und das Orchester nicht weiterkommt, wird er sich schnell seiner sozialen Verantwortung bewusst“, sagt die erfahrene Orchestermusikerin, die im Jahr 2011 die Streicherbande gegründet hat. Verweyen betont, dass die Kinder auch lernen, Durchhaltevermögen zu entwickeln. „Man übt manchmal monatelang für ein Konzert, da muss man auch Durststrecken überwinden.“

Momentan laufen bei der Streicherbande die Proben auf Hochtouren. Das rund 20-köpfige Kinderorchester, das ein Kooperationsprojekt der Erich-Kästner-Schule und der Musikschule Marburg ist, übt fleißig für sein Konzert am 29. Juni im Cineplex. Zusammen mit dem Marburger Kinderchor werden insgesamt fast 50 Kinder auf der Bühne stehen und Kinderfilmmusik spielen.

Aufgeregt sind die jungen Musiker deswegen noch nicht. „Ich bin bei Konzerten eigentlich immer ganz locker. Noch nicht mal in Wiesbaden hatte ich Lampenfieber. “, sagt Jascha, der die erste Geige spielt. Im vergangenen Jahr bekam die Streicherbande in der hessischen Landeshauptstadt den Klasse-Klassik-Preis verliehen. Und ein richtiges Musikvideo haben sie auch schon gedreht - als Lahnpiraten am Fluss. „Es macht eben echt Spaß so zusammen Musik zu machen“, sind sich die Kinder einig.

Die Streicherbande Cappel und der Marburger Kinderchor präsentieren am 29. Juni, ab 11 Uhr Kinderfilmmusik im Cineplex Marburg. Melodien und Lieder aus den Filmen „Harry Potter“, „Das Sams“, „Dschungelbuch“ und „Die Kinder des Ms. Mathieu“ werden im großen Kinosaal erklingen. Im Anschluss an das halbstündige Konzert wird der Film „Das Sams im Glück“ gezeigt.

von Nadine Weigel

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