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Spannendes Porträt einer starken Frau

Hannah Arendt als OP-Sektmatinee Spannendes Porträt einer starken Frau

Die OP präsentiert am Sonntag, 6. Januar, um 11.30 Uhr im Cineplex Margarethe von Trottas „Hannah Arendt“ – ein Film mit einem starken Marburg-Bezug. Immerhin hat die berühmte Philosophin in Marburg studiert.

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Hannah Arendts (Barbara Sukowa, 2. von rechts) so genannter „tribe“, ihr engster Freundeskreis mit Heinrich Blücher (Axel Milberg, von links), Charlotte von Beradt (Victoria Trauttmansdorff), Lore Jonas (Sascha Ley), Lotte Köhler (Julia Jentsch), Hans Jon

Quelle: NFP

Marburg. Immer wieder hat sich die Regisseurin Margarethe von Trotta in ihren Filmen mit starken Frauenfiguren auseinandergesetzt: Rosa Luxemburg und Hildegard von Bingen hat sie filmische Denkmäler gesetzt.

In ihrem neuen Film beschäftigt sich die Regisseurin mit einer politischen Theoretikerin – mit der Philosophin Hannah Arendt. Margarethe von Trotta erzählt von einem Wendepunkt im Leben der deutsch-jüdischen Philosophin Hannah Arendt. Als der Kriegsverbrecher Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem vor Gericht gestellt wird, berichtet die Emigrantin in einer Serie von Artikeln über den Prozess gegen einen Mann, der ihr nicht wie ein Monstrum, sondern wie ein erschreckend gewissenloser Befehlsempfänger vorkommt. Margarethe von Trotta beleuchtet die vier entscheidenden Jahre, in denen die zuvor nur in Fachkreisen bekannte Philosophin zu einer öffentlichen Figur wurde.

Hauptdarstellerin Barbara Sukowa verkörpert die Frau, die trotz heftiger Anfeindungen ihren Standpunkt verteidigt. Sie spielt die vielbewunderte historische Figur glaubwürdig und ohne falsche Ehrfurcht. In weiteren Rollen sind Axel Milberg, Julia Jentsch und Michael Degen zu sehen.

Hannah Arendt (1906 – 1975) nahm 1924 ihr Studium an der Universität Marburg auf und hörte ein Jahr lang Philosophie bei Martin Heidegger und Nicolai Hartmann, Evangelische Theologie bei Rudolf Bultmann, außerdem Griechisch. Der 35-jährige Familienvater Heidegger und die 17 Jahre jüngere Studentin verliebten sich ineinander. Anfang 1926 verließ Hannah Arendt Marburg wieder, wo sie zurückgezogen gelebt hatte. Die Beziehung zwischen Heidegger und Arendt blieb der Öffentlichkeit verborgen. Heute erinnert eine Namenstafel an ihrem Marburger Wohnhaus in der Lutherstraße 4 an die Philosophin.

Die OP präsentiert den Film am Sonntag um 11.30 Uhr im Cineplex als Sektmatinee. Mit dem Gutschein in der Samstagsausgabe erhalten Sie ermäßigten Eintritt.

von Uwe Badouin

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