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Spannender Streifzug durch Marburg

Kleinhenz-Kinderbuch Spannender Streifzug durch Marburg

Hannes Kleinhenz ist in Marburg sehr bekannt: Er war Basketballer, er spielt Jazz in der „Swinging Wodka Lemon Gang“ und er war Richter. Jetzt ist er auch noch Kinderbuchautor: „Unter dem Regenbogen“ heißt sein Buch.

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Bei der Präsentation im Historischen Rathaussaal übernahm Hannes Kleinhenz selbstverständlich eine Rolle einer Figur aus seinem Buch, das er im kleinen Foto stolz präsentiert.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Brechend voll war es am Sonntag im Historischen Rathaussaal, wo Hannes Kleinhenz in Kooperation mit der Volkshochschule sein erstes Kinderbuch „Unter dem Regenbogen“ vorstellte. „Unter dem Regenbogen“ spielt in den kleinen Gässchen Marburgs. Es handelt von der fast elfjährigen Anna. Diese begibt sich zusammen mit ihrem Hund Basko, ihren Freunden Heiner und dessen Hund Karl auf die Suche nach dem Empfänger eines geheimnisvollen Briefes.

Wohl selten gab es in Marburg eine derart aufwendige Buchpräsentation: Kleinhenz hatte den Marburger Schauspieler Michael Köckritz gewonnen, der die Lesung szenisch inszenierte: Auch Kleinhenz übernahm eine Rolle, der heimliche Star war der Hund „Karl“.

Die „Swinging Wodka Lemon Gang“, in der er seit vielen Jahren spielt, und Sängerin Ulla Keller leisteten musikalische Unterstützung mit dem Klassiker „Over The Rainbow“. Als wäre dies nicht bereits genug, wurden Illustrationen aus dem Buch – Zeichnungen der Marburgerin Randi Grundke und Fotografien des Marburgers Wolfgang Schekanski – an die Wand projiziert.

Kleine technische Fehler, die dabei auftraten, wurden gekonnt von der Band überspielt. Musik, Schauspiel und Bildprojektionen wechselten sich ab und machten die Lesung zu einem multimedialen Erlebnis. Die Besucher waren begeistert.

Eine Angelegenheit des Herzens

„Unter dem Regenbogen“ ist das dritte Buch von Hannes Kleinhenz nach „Lebenstanz“, das er 2000 gemeinsam mit dem Künstler Klaus Schlosser veröffentlichte, und „Das romantische Marburg“ von 2004, eine Zusammenarbeit mit Wolfgang Schekansky. Das Kinderbuch allerdings ist eine echte Herzensangelegenheit.

 Bei der Präsentation im Historischen Rathaussaal übernahm Hannes Kleinhenz selbstverständlich eine Rolle einer Figur aus seinem Buch. Foto: Michael Hoffsteter

Bei der Präsentation im Historischen Rathaussaal übernahm Hannes Kleinhenz selbstverständlich eine Rolle einer Figur aus seinem Buch. Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Das spürt man bereits, wenn man das Buch in die Hand nimmt: Den weißen Einband ziert eine wunderbare Illustration von Randi Grundke: Sie zeigt die Heldin des Buches, die elfjährige Anna, die unter einem Regenbogen über die Weidenhäuser Brücke balanciert. Im Hintergrund wachsen die Alte Universität und das Schloss in den Himmel über Marburg.

Das Buch ist sorgfältig gebunden und in einer schönen, sehr gut lesbaren Schrift gesetzt. Die Illustrationen von Randi Grundke und die künstlerisch bearbeiteten Fotos von Wolfgang Schekansky sind einfach mitreißend. Sie begleiten die Leser bei der Geschichte durch ein verwunschenes Marburg. Man kann mit den Protagonisten auf Entdeckungsreise gehen.

Gut zehn Jahre lang hat Hannes Kleinhenz an dem Buch gearbeitet, sagte er der OP. Der ehemalige Richter, der 2006 in den Ruhestand ging, verknüpft eine ernste Geschichte über den an einem Gehirntumor erkrankten Jungen Jakob mit mystischen und Krimi-Elementen sowie Motiven aus Fabeln: Heiner etwa, einer der Helden dieser Geschichte, versteht die Sprache der Tiere.

Im Buch finden sich Erfahrungen aus Zeit als Richter

Im Zentrum des Romans, der als Vorlesegeschichte für „wache Kinder“ ab 6 Jahren und „jung gebliebene Eltern und erziehende Erwachsene“ konzipiert ist, aber steht Anna, ein aufgewecktes Mädchen, das einen spannenden Fall lösen muss: In ­einem Paket schwimmt das Koalamädchen Arbora auf der Lahn. Ein Buckliger hat es auf das Tier abgesehen, dahinter steckt eine gemeine Tierquäler-Mafia.

Kleinhenz hat eigene Erfahrungen in das Buch einfließen lassen, positive wie negative aus seiner langen Tätigkeit als Richter. So beugt er im Nachwort vor: Alle Geschehen und Personen sind im Übrigen frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeiten sind rein zufällig; wer sich zu erkennen glaubt, ist selber schuld.“

Der Autor hat viele Talente: Mit 15 spielte er in einer Jazzband und wurde ein junger Bundesliga-Basketballer. Er entschied sich aber für eine Juristen-Karriere. An fünf hessischen Gerichten war er als Richter tätig. Letzteres fließt, jedoch versteckt, in das Buch ein.

Aber der Hauptgrund für sein Kinderbuch ist „urliberal“, wie er sagt: „Wie kann man Kinder zu selbstbewussten und selbst denkenden Menschen erziehen?“ Die Geschichte ist als Trilogie angelegt: „Wenn das Buch gut angenommen wird, folgen die anderen Teile“, sagt er. Er sollte schon mal anfangen.

  • Hannes Kleinhenz: „Unter dem Regenbogen“, mit Illustrationen von Randi Grundke und Wolfgang Schekansky, Selbstverlag, 160 Seiten, im Marburger Buchhandel und bei der Oberhessischen Presse, 29,75 Euro.

von Uwe Badouin und Caroline Stockmann

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