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Spätburgunder trifft Marburger Südspange

Thomas C. Breuer Spätburgunder trifft Marburger Südspange

Na denn Prost! Thomas C. Breuer servierte  im KFZ ein süffiges Kabarettprogramm rund um das Thema Wein.

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In vino veritas: Thomas C. Breuer schenkte am Donnerstag im KFZ großzügig aus.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Zwei Dinge wollte Thomas C. Breuer gleich zu Anfang klarstellen. „Ich bin nicht Herta Müller!“, rief er den rund 100 Zuschauern zu und meinte damit die parallel laufende Konkurrenz-Veranstaltung gleich um die Ecke. „Und ich habe keine Ahnung von Wein.“

Sprach‘s und strich unverdrossen seinen „burgunderroten“ Anzug glatt, nippte an seinem Rotwein und legte los. Zunächst unternahm er einen Ausflug in die eigene Vergangenheit und erinnerte sich an wilde WG-Zeiten in Ebsdorfergrund. Damals habe man ja Liebfrauenmilch als Flüssigkleber benutzt und stets treu nach der Devise gelebt: „Hopp, hopp, hopp, Schoppe in de Kopp.“

In Marburg habe er schöne Zeiten verlebt und nebenbei sein „alkoholisches Praktikum“ absolviert, erzählte der Kabarettist weiter. Außerdem sei Marburg ja eine alte Weinbau-Gemeinde, „Großlage Lahnberge“. Dort würden besonders edle Weinsorten geerntet, so die „Marburger Südspange“, gereift an einem der flachsten Steilhänge Deutschlands.

So ging es weiter durch den Abend mit cleveren Blödeleien am Rande der Skurrilität. Das Wortspiel ist Breuers Spezialität, er ist ein Sprachkünstler und Wortverdreher mit Hintersinn und einem Hang zum Kalauern. Dabei schreckte er auch vor haarsträubenden Schüttelreimen nicht zurück. „Der Wein aus der Toskana, der schießt dich ins Nirwana“, hieß es da. Und: „Der Primitivo, der senkt noch mal das Niveau.“ Überhaupt sei es gut, wenn man mit Verstand trinke, aber noch besser, wenn man sich um den Verstand trinke, behauptete er.  

Mit Messwein die Welt schön trinken

Breuer sah auch eine Verbindung zwischen Alkohol und Politik. Bei Wörtern wie IS und Al-Kaida bekomme er eine heftige Sprachallergie, meinte er. Beim Zusammenprall mit den westlichen Kulturen treffen „Hass­prediger auf Fassträger“, das kann ja nicht gut gehen. „Der IS will aus unserem Planeten eine Ausnüchterungszelle machen“, schimpfte der Kabarettist weiter.

Auch die Kirche bekam in Breuers Show ihr Fett weg, allen voran die katholischen Priester. Die wollten sich ja nur mit Messwein die Welt schön trinken und außerdem ihre Schäfchen gefügig machen. Alle Weltreligionen haben seiner Meinung nach gute Ideen, aber es hapere eben am Personal.

Schließlich zog der Kabarettist noch seine Mundharmonika aus der Tasche, setzte sich ein buntes Käppi auf und mimte den Barden. Sein spezieller Blues war ein eher abgedrehtes Lied. „Wes Wein ich trunk, des Blues ich blus“, sang er mit Inbrunst, und weiter: „Ich blus den Blues bloß wegen Dir.“ Die Zuschauer hörten es gern, amüsierten sich bestens und bedankten sich mit viel Applaus bei dem sympathischen Künstler.

von Bettina Preussner

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