Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Sonne, Regen und jede Menge Metal

Festival Sonne, Regen und jede Menge Metal

Zum 14. Mal trafen sich im beschaulichen Langendorf Musiker und Fans der härteren Gangart. Dabei war das Festival noch nie so international besetzt.

Voriger Artikel
Musik, Motoren und Memories
Nächster Artikel
Schuke-Orgel erklingt wieder mit vollem Klang

Mit „Pommesgabel“ und Lederkutte: Ausgelassen feierten die Besucher beim Ragnarock-Festival in Langendorf.

Quelle: Michael Hoffsteter

Langendorf. Vor „Kryptos“ aus Indien, die schon 2013 dabei waren, „Master“ aus den USA und „Sólstafir“ aus Island hatten wohl „Dream Spirit“ aus China die weiteste Anreise. Dass sie auf dem Ragnarock-Open-Air (ROA) spielen konnten, war für die Band Glück im Unglück: Sie hätte nämlich im März auf dem „330 Fest“ in China spielen sollen, das von der Polizei abgebrochen wurde – angeblich aus Sicherheitsgründen. Die Band war sichtlich froh, ihren von Elementen der traditionellen chinesischen Musik durchsetzten Heavy Metal nun in Deutschland performen zu können.

Aber auch jenseits geographischer Zuordnung war die Bandbreite der vertretenen Bands dieses Jahr besonders groß – beinahe alle Stilrichtungen waren vertreten: „Master“ überzeugten mit Death Metal der ganz alten Schule, „Suidakra“, „Arcturon“, „Cloudbreaker“ und „Fuelinject“ beglückten das Publikum mit Melodic Death Metal, „Negator“ und „Wrack“ boten Black Metal feil, und zur Freude der ganz hart besaiteten bliesen „Spreading Miasma“ und „Corrosive“ ihr technisch versiertes Todesblei in die geneigten Zuhörer-Ohren.

Und dann gab es noch Auftritte von Bands, die sich schwer in eine Schublade einsortieren lassen: Headliner „Samael“ verbinden ihren Industrial Metal mit Electro-/Downbeat-Elementen sowie Einflüssen aus Folk und Ragga.

Zum 14. Mal trafen sich im beschaulichen Langendorf insgesamt 25 Bands und Fans der härteren Gangart. Dabei war das Festival noch nie so international besetzt.

Zur Bildergalerie

Kurios war die Show der „Kamikaze Kings“, die neben ihren Hardrock-Songs besonders mit der Vokuhila des Schlagzeugers und dem hautengen Lederdress des Sängers beeindruckten. Sogar eine hessische Mundart-Band war dabei: „Abadisch“ animierten mit ihren Alcorock-Songs schon am Samstagmittag die Menge zu gesteigertem Bierkonsum.

Die Fans ihrerseits ließen sich auch vom am Samstag immer wieder aufkommenden Regen und den heftigen Windböen nicht vom Feiern abhalten. Headbangen ist schließlich mit tropfnassen Haaren noch mal so lustig – besonders für die Umstehenden. Auch den einen oder anderen Pavillon wehte es über den Zeltplatz, doch größere Verletzungen durch umherfliegende Gegenstände (oder nasse Haare) wurden nicht gemeldet. Das Ragnarock ist sich auch in der 14. Auflage treu geblieben und bietet Metal von Fans für Fans.

Die ehrenamtlichen Organisatoren Dany Reinhardt und Björn Drott waren zu sehr im Stress, um selbst ausgiebig mitzufeiern. Häufiger im Publikum anzutreffen waren da die Mitglieder diverser Bands, die vor und nach ihren Auftritten die Darbietungen ihrer Kollegen genossen.
Und auch die Langendorfer freuten sich sichtlich über „ihr” Metal-Festival – Berührungsängste zwischen Einheimischen und angereisten Metalheads
gibt es kaum noch. Bleibt zu hoffen, dass das Ragnarock auch 2016 wieder Integrationsarbeit leistet.

von Vera Zimmermann

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr