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Solistin treibt Orchester an

Collegium musicum Solistin treibt Orchester an

Mit einem besinnlichen, aber nicht weihnachtlichen Programm starteten am Sonntag die 33. Adventskonzerte in der evangelischen Stadtkirche Stadtallendorf.

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Stefanie Schrödl vom Sinfonieorchester Schleswig-Holstein war die Solistin in Bachs Orchestersuite h-Moll. Ihrem Tempo mussten die Laienmusiker folgen.

Quelle: Florian Gaertner

Stadtallendorf. Die evangelische Stadtkirche war beim ersten der vier Adventskonzerte gut besucht, auch die Empore war besetzt. Für das Konzert hatte sich das etwa 30-köpfige Streichorchester musikalische Unterstützung geholt. So ergänzten etwa Bläser aus der Philharmonie des Stadttheaters Gießen das Orchester bei Mozarts Klarinettenkonzert in A-Dur.

Als Solist trat hier der Österreicher Thomas Orthaber von der Gießener Philharmonie auf. „Er ist der beste Beweis dafür, dass jeder Orchestermusiker auch ein Solist ist“, lobte ihn Ingeborg Schmidt für sein ausdrucksstarkes Spiel. Schmidt, Erste Vorsitzende des „Liebhaberorchesters“, wie sie das Collegium musicum nennt, führte durch den Abend.

Zuvor erklangen zwei Werke von Johann Sebastian Bach. Stefanie Schrödl, seit 1993 erste Soloflötistin des Sinfonieorchesters Schleswig-Holstein, wusste sich hervorragend auf das Streichorchester einzustimmen. In den acht Sätzen tanzte sie mit dem Streichorchester durch Bachs Orchestersuite in h-Moll. Ihr gelang es wunderbar, sich in gemeinsamen Passagen den Streichern anzupassen und sich in den Solopartien klanglich von ihnen abzusetzen.

Weihnachtskonzert zum 1. Advent in der Stadtkirche Stadtallendorf. Kapellmeister Georgi Kalaidjiev trat zwei Mal als Solist auf.

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Beim abschließenden Satz, der bekannten „Badinerie“, wurde es temporeich: „Die Badinerie haben wir so schnell noch nie gespielt. Aber wenn es mit dem Solisten durchgeht, muss das Orchester hinterher“, schmunzelte Ingeborg Schmidt. Die Laien waren bravourös dem Tempo Schrödls gefolgt.

Im zweiten Teil des Programms sprang die Harfenistin Silvia Schäfer aus Frankfurt dem Laienorchester zur Seite. Wenn schon mal eine Harfe zur Verfügung steht, muss das auch genutzt werden. Dementsprechend wurde das Programm um Camille Saint- Saëns „Der Schwan“ aus dessen Suite „Der Karneval der Tiere“ ergänzt. Zusammen mit Ingeborg Schmidt am Cello sorgte Schäfer für eine sehr meditative Atmosphäre.

Beim abschließenden Werk, der „Meditation“ aus Massenets Oper „Thaïs“ trat Kapellmeister Georgi Kalaidjiev zum zweiten Mal als Solist auf. Der Klang von Schäfers Harfe komplettierte fabelhaft das Klangbild des Collegium musicum. Wunderschön konzertierten auch Kalaidjiev und Schäfer miteinander. Als Zugabe wurde Bachs „Badinerie“ wiederholt – „weil es so schnell war“, wie Ingeborg Schmidt es ausdrückte. Das Publikum war begeistert und bedankte sich mit stehenden Ovationen.

Chor „Cantassia“ singt am Sonntag

Am Sonntag setzt der Chor „Cantassia“ die Stadtallendorfer Adventstage ab 19.30 Uhr in der evangelischen Stadtkirche fort. Zu hören ist moderne und unterhaltsame Chormusik. Die Solistinnen Simone Taschner, Regina Hainmüller, Inge Mildner, Beate Zimmermann und Hildegund Rautenberg kommen aus den eigenen Reihen des Chores. Ulla Weber, Leiterin des Flötenensembles Klangvoll an der Musikschule, und Bezirkskantor Peter Groß werden den Chor begleiten. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

von Mareike Bader

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