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Solist verzaubert mit schnellen Läufen

Junge Marburger Philharmonie Solist verzaubert mit schnellen Läufen

Es war ein durchaus schönes Programm, das die Junge Marburger Philharmonie (JMP) beim Semesterabschlusskonzert bot. Doch es fehlten feine Akzente und einfach ein Tick mehr Leidenschaft.

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Die Junge Marburger Philharmonie spielte in der fast ausverkauften Lutherischen Pfarrkirche in Marburg ihr Semesterabschlusskonzert. Als Solist begeisterte der Klarinettist Sebastian Lehne das Publikum.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Mit den Norwegischen Tänzen von Edvard Grieg, dem Klarinettenkonzert Nr. 1 von Carl Maria von Weber und Beethovens dritter Sinfonie hatte die JMP ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Doch der Teufel lag im Detail. Wer das 65-köpfige Laienorchester kennt, weiß, dass es besser hätte spielen können.

Es waren einfach Kleinigkeiten, die den Konzertgenuss hier und da trübten. Da war die Pause nach dem ersten Tanz von Grieg, die einige Besucher zum Zwischenapplaus verleitete. Sicherlich kann man sich darüber streiten, ob das strikte Ablehnen eines Zwischenapplauses immer sinnvoll ist. Es passte ja auch bei den Norwegischen Tänzen, die an sich abgeschlossen sind.

Beim Klarinettenkonzert war das aber schon anders. Der Wechsel der Sätze mit ihren unterschiedlichen Charakteren und Tempi konnte durch die Unterbrechungen schlicht nicht so richtig in seiner Gesamtheit wirken. Viel zu spät reagierte der junge Dirigent Lukas Rommelspacher und versuchte mit rascher Fortsetzung den Applaudierenden zuvorzukommen, doch erst vor dem Finale der Beethoven-Sinfonie blieben alle Hände still.

Orchester und Solist harmonieren nicht

Als Solist beim Klarinettenkonzert trat am Wochenende Sebastian Lehne auf, seit 2007 Solo-Klarinettist der Komischen Oper in Berlin. Mit wunderschönen gesanglichen Melodien, etwa im langsamen zweiten Satz, und flinken, spielerischen Läufen wie im dritten Satz, zeigte er, wie vielseitig die Klarinette sein kann.

Es war ein fantastisches Spiel, mit dem Lehne durch arienhafte Bewegungen den opernhaften Charakter des Konzertes unterstrich. Allerdings hakte es im Zusammenspiel zwischen Solist und Orchester. Das lag zum einen natürlich auch an der Komposition, die dem Solisten viel Raum gab.

Aber die Musiker der JMP konnten sich nicht als gleichwertiger Partner präsentieren, die gemeinsam mit Lehne musizierten. Das war auch an den Bewegungen der Musiker zu spüren. Während Sebastian Lehne sich immer wieder zur Musik bewegte, hingen die meisten Orchestermusiker dagegen an ihren Noten.

Kraftvollem Finale fehlt die Spannung

Mehr Leidenschaft im Orchester für die Musik, die gespielt wurde, wäre durchweg wünschenswert gewesen. Rommels-pachers sichere, aber ruhige Führung war einfach nicht genug, um die Laienmusiker anzutreiben. Dem ersten Satz der Beethoven-Sinfonie, „allegro con brio“, fehlte das bezeichnende Feuer.

Erst zum lauten Finale erklang die Musik richtig kraftvoll. Ebenso hätte im dritten Satz die Angabe „allegro vivace“ lebendiger ausgedrückt werden können. Die Stücke waren an sich gut gespielt, so fehlte aber eine gewisse Spannung gerade in der umfangreich komponierten Sinfonie.

Sehr schön umgesetzt war der punktierte Einsatz im vierten Satz, ebenso Beethovens Spiel mit den Hörer-Erwartungen. Bemerkenswert war Judith Preisenberger im langsamen Zwischenteil des Satzes, die auf der Oboe des JMP-Mitglieds Gunter Wackernagel spielte, da ihr eigenes Instrument eine Woche vor der Aufführung gerissen war. Langsam und dennoch mit viel Spannung spielte sie die wunderschöne Melodie und zog so das Orchester mit.

Das Publikum bedankte sich mit langem und kräftigem Applaus. Vor der Pause wurde Klarinettist Sebastian Lehne besonders umjubelt mit Fußtrampeln und einem Applaus, bei dem man hätte denken können, das Konzert sei schon vorbei.

von Mareike Bader

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