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Solider Abschluss eines erfolgreichen Programms

Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“ Solider Abschluss eines erfolgreichen Programms

Auch bei der letzten Veranstaltung des Gießener Kultursommers war der Zeltpalast an der Messe wieder ausverkauft. Rund 900 Besucher sahen den Opern-Klassiker „Die Zauberflöte“.

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Tamino klagt sein Leid, während im Hintergrund die drei Damen aufziehen.

Quelle: Stephan Scholz

Gießen. Es wäre nicht zu hoch gegriffen, die Veranstaltungsreihe, die in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt wurde, insgesamt als vollen Erfolg zu bezeichnen. Viele der Konzerte etwa von Mark Forster oder Gregor Meyle waren ausverkauft. Auch der Auftritt des Chinesischen Nationalzirkus oder die Lesung von Christoph Maria Herbst fanden vor vollem Haus statt.

Es war ein abwechslungsreiches Programm, das am Ende um eine weitere Facette bereichert wurde, die aber weniger gelungen war. Die Aufführung der „Venezia Festival Opera“ war viel zu konventionell und flach inszeniert.
Die Geschichte um den Prinzen Tamino, den Vogelfänger Papageno und ihre Suche nach der schönen Pamina entfaltete sich vor einer Kulisse, die im Wesentlichen aus Leinwänden und einem Podest bestand. Ergänzt wurde diese spartanische Optik ohne Atmosphäre durch teils sehr farbenfrohe Kostüme.

Scheppernde Akustik

Nun ist dieser Purismus gerade bei Operninszenierungen nicht unbedingt etwas Ungewöhnliches, wenn der Fokus auf der Musik liegt. Doch auch Gesang und Orchester, die per Anlage in den Zuschauerraum übertragen wurden, waren nichts für verwöhnte Ohren. Dafür ließ die häufig scheppernde Akustik viel zu wenig Klangtiefe zu.

Soll man also von einem Misserfolg sprechen? Nein, eher von einer sehr konventionellen und braven Inszenierung mit deutlichen musikalischen Schwächen, die vermutlich vor allem der technischen Übertragung geschuldet gewesen sein dürften. Das große Plus des Abends war, dass er sicherlich den einen oder anderen Gast, der sonst weniger mit Oper am Hut hat, mit dem Musiktheater vertraut gemacht hat. Ein solider Abschluss des Gießener Kultursommers ohne viel Tiefgang.

Das soll das Gesamtbild des Kultursommers im Ganzen allerdings keinesfalls trüben. Es bleibt vielmehr zu hoffen, dass das Format, das Jung und Alt angezogen hat, 2016 wieder aufgelegt wird. Für Gießen wäre die Neuauflage des Festivals, das mit seinen 16 Veranstaltungen in diesem Jahr insgesamt knapp 20.000 Besucher angezogen hat, ganz sicher eine Bereicherung.

von Stephan Scholz

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