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Soderberghs vorerst letzter Streich

Neu im Kino Soderberghs vorerst letzter Streich

Anti-Depressiva mit grausigen Nebenwirkungen. Die unheimlichen Machenschaften einer skrupellosen Pharma-Industrie. Regisseur Steven Soderbergh zeigt mit „Side Effects“ noch einmal, was er kann.

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Der smarte Psychiater Dr. Banks (Jude Law) tröstet seine Frau Deirdre (Vinessa Shaw). Der Fall der jungen, depressiven Emily Taylor scheint aus dem Ruder zu laufen.Foto: Senator Film Verleih

Quelle: Senator Film Verleih

Marburg. Der Meister des Independentkinos erzählt in seinem, bisweilen an Hitchcock erinnernden Thriller von der jungen Emily Taylor (Rooney Mara), die schwer zu kämpfen hat mit einer Depression. Nach der Entlassung ihres wegen Insider-Handels verurteilten Mannes (Channing Tatum) verschlechtert sich ihr Gemütszustand; beim ersten Suizidversuch rast Emily mit ihrem Auto ungebremst gegen eine Wand. Nun tritt Jude Law auf den Plan: Psychiater Dr. Banks verschreibt der zerbrechlichen Frau ein neues Medikament. Die Verbesserung ihres Zustandes geht aber mit schrecklichen Nebenwirkungen einher - beim Schlafwandeln ersticht Emily ihren Mann. Und erklärt danach, sich an nichts mehr erinnern zu können. Was folgt, ist ein Strudel aus Schuldzuweisungen und Verdächtigungen. Mittendrin: ein zunehmend die Kontrolle verlierender Dr. Banks. Und auch die Zuschauer im Kinosessel irritiert der wendungsreiche Plot zusehends. Soderbergh, das Multitalent, hat auch bei diesem, seinem vermeintlich letzten Werk nicht nur die Regie, sondern zugleich auch den Schnitt und die Kameraarbeit übernommen. „Side Effects“ ist wunderbar fotografiert, die künstlerische Virtuosität eines Steven Soderbergh sucht im amerikanischen Kino ihresgleichen. Schwer vorstellbar aber, dass das große Regie-Talent dem Kino nun für immer den Rücken kehrt. Zumal Soderbergh gerade erst 50 Jahre alt ist. Und auch „Side Effects“ über die Nebenwirkungen und Fallstricke einer auf Höchstleistung getrimmten, nur mehr mit Psychopharmaka funktionierenden Gesellschaft, ist virtuos inszeniert und handwerklich brillant umgesetzt. Sein Thriller ist bei allen Mängeln eher ein Indiz dafür, dass Soderbergh über weitere Ideen und Visionen verfügt für ein starkes, ein im besten Sinne unabhängiges Kino. (dpa)

Der Film läuft im Capitol.

The Broken Circle: Didier (Johan Heldenbergh) ist in „The Broken Circle“ ein zotteliger Bluegrass-Musiker mit Tom Waits-Anmutung. Elise (Veerle Baetens) ist Tattoo-Künstlerin mit eigenem Studio, wunderschön und dabei stark und unglaublich verletzlich zugleich. Die beiden ungleichen Menschen verlieben sich auf den ersten Blick und erleben eine Zeit voller Glück und großer Leidenschaft.

Als Elise schwanger wird, bekommt dieses Glück die ersten Risse. Denn Didier ist zwar ein hoffnungsloser Romantiker, zugleich aber auch erbarmungsloser Realist. „Ich will nicht über das Leben anderer entscheiden“, ist seine erste Reaktion, als Elise ihm von der Schwangerschaft erzählt. Auch so ein Satz, der diesen Kloß im Magen verursacht.

Und dann müssen Elise und Didier plötzlich über das Leben ihrer sechsjährigen Tochter Maybelle (Nell Cattrysse) entscheiden. Denn Maybelle hat Krebs, den nach der erfolglosen Chemotherapie nur noch eine Stammzellenbehandlung besiegen kann, es aber nicht tut.

Der Belgier Van Groeningen („Die Beschissenheit der Dinge“) wählt nicht eine chronologische Erzählstruktur, sondern Rückblicke, Erinnerungen, Auslassungen - und den Bluegrass, die amerikanische Countrymusik. Didier und Elise spielen beide in der Band, die ihnen Halt gibt. Sie begleitet sie in ihrem Leben und jedes Mal, wenn sie zusammen auf der Bühne stehen, ist die Musik Ausdruck ihrer Gefühle, sie erzählt die Geschichte weiter. Auch das macht den Film so intensiv, manche mögen es sentimental nennen.(dpa)

Der Film läuft im Filmkunsttheater Kammer.

Jäger des Augenblicks: Die Dokumentation zeigt das Kletterabenteuer am berühmten Tafelberg Roraima im Dreiländereck von Brasilien, Venezuela und Guyana. Die Kletterexperten Stefan Glowacz, Kurt Albert und Holger Heuber treten eine Expedition ins Ungewissen an, fernab jeglicher Zivilisation und umgeben von der atemberaubender Schönheit der Natur.(dpa )

Der Film läuft im Cineplex.

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