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Sklavendrama schreibt Geschichte

Oscar 2014 Sklavendrama schreibt Geschichte

Oscars 2014: Drei Trophäen für „12 Years a Slave“, drei für das Aidsdrama „Dallas Buyers Club“ und sieben für das All-Spektakel „Gravity“. Zu den ausgezeichneten Stars zählen Cate Blanchett und Matthew McConaughey.

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Strahlende Sieger: Die Schauspieler Matthew McConaughey (oben von links), Cate Blanchett, Lupita Nyong‘o und Jared Leto, sowie das „12 Years a Slave“ Team (unten von links) mit den Produzenten Anthony Katagas, Jeremy Kleiner, Dede Gardner und Brad Pitt (rechts) um Regisseur Steve McQueen.
Fotos Paul Buck:

Quelle: Paul Buck

Hollywood. Seine Stimme zittert, seine Hände nesteln nervös am Notizzettel. Der Brite Steve McQueen muss sich einen Moment sammeln, er hat gerade Oscar-Geschichte geschrieben: Sein brutaler und aufwühlender Film „12 Years a Slave“ gewinnt den Oscar als bester Film. Bei den ur-amerikanischen Academy Awards, wo sich Hollywood normalerweise selbst feiert, triumphiert damit zum ersten Mal das Werk eines schwarzen Regisseurs, der nicht einmal Amerikaner ist - und das auch noch mit einem Film über das Schicksal eines Sklaven in den USA.

„Ich widme diesen Preis allen Menschen, die jemals unter Sklaverei gelitten haben, und den 20 Millionen Menschen, die noch heute darunter leiden“, sagt der 44-jährige McQueen schließlich in seiner Dankesrede, nachdem er den Oscar zusammen mit seinem Co-Produzenten Brad Pitt entgegengenommen hat. „Jeder verdient es, nicht nur zu überleben, sondern auch zu leben.“

Egal woher Du stammst - deine Träume sind wertvoll

Sein Auftritt im Dolby Theatre in Hollywood markiert den bewegenden Abschluss einer emotionalen Oscar-Verleihung. Zuvor hat die Kenianerin Lupita Nyong‘o den Goldjungen als beste Nebendarstellerin erhalten, für ihre Rolle einer erniedrigten Sklavin in „12 Years a Slave“. Mit tränenerstickter Stimme ruft sie den frenetisch jubelnden Gala-Gästen entgegen: „Ich vergesse nicht einen Moment, dass ich die Freude in meinem Leben dem Schmerz so vieler Anderer verdanke. (...) Wenn ich diese goldene Statue anschaue, dann erinnert sie mich und jedes kleine Kind daran, dass - egal woher du stammst - deine Träume wertvoll sind.“

Auch Jared Leto, ausgezeichnet mit dem Oscar als bester Nebendarsteller für seine Leistung in dem Aids-Drama „Dallas Buyers Club“, erinnert an die Kraft der Träume und verneigt sich zugleich vor seiner Mutter: „Danke, dass du mir das Träumen beigebracht hast.“ Der 42-Jährige nutzt die Bühne auch für ein politisches Statement: „An all die Träumer da draußen, in der Ukraine und in Venezuela: (...) Während ihr darum kämpft, eure Träume wahr werden zu lassen, denken wir an euch.“ Wenig später jubelt Leto dann seinem Co-Star aus dem Film zu: Matthew McConaughey, der sich für die Rolle als Aidskranker rund 20 Kilogramm heruntergehungert hatte, nimmt die Trophäe als bester Darsteller nach Hause.

Die deutschen Hoffnungen erfüllen sich zwar nicht, jedoch gehen gleich mehrere wichtige Auszeichnungen an Filmschaffende aus dem Ausland. Neben der Australierin Cate Blanchett, die für Woody Allens „Blue Jasmine“ als beste Hauptdarstellerin geehrt wird, triumphiert vor allem der Mexikaner Alfonso Cuarón.

Sein bildgewaltiges, in 3D gedrehtes Weltraum-Drama „Gravity“ sichert sich sieben Oscars und ist der zweite große Gewinner der Academy Awards. Cuarón kann als erster Mexikaner über die Trophäe für die beste Regie jubeln. Zugleich verdeutlicht der Oscar-Erfolg von „Gravity“, wie elegant ein Film kommerziellen Erfolg mit einer starken visuellen Präsenz verbinden kann. So feiert „Gravity“ mit Sandra Bullock und George Clooney in den Hauptrollen kunstvoll die Wucht der großen Leinwand und ist mit Einnahmen von rund 700 Millionen Dollar weltweit ein Blockbuster.

Und es gibt noch eine Gewinnerin: Moderatorin Ellen DeGeneres. Sie führt souverän durch die Show und sorgt mit so mancher Spitze für Lacher.

Und es gibt einen großen Verlierer: Die Gauner-Komödie „American Hustle“, die mit zehn Nominierungen ins Oscar-Rennen als einer der Favoriten galt, ging leer aus.

von Aliki Nassoufis und Gregor Tholl

Die wichtigsten Oscars 2014

  • Bester Film: „12 Years a Slave“ (Regie: Steve McQueen, Produzenten: Brad Pitt, Dede Gardner, Jeremy Kleiner, Steve McQueen and Anthony Katagas)
  • Regie: Alfonso Cuarón („Gravity“)
  • Hauptdarsteller: Matthew McConaughey („Dallas Buyers Club“)
  • Hauptdarstellerin: Cate Blanchett („Blue Jasmine“)
  • Nebendarstellerin: Lupita Nyong‘o („12 Years a Slave“)
  • Nebendarsteller: Jared Leto („Dallas Buyers Club“)
  • Nicht-englischsprachiger Film: „La Grande Bellezza - Die große Schönheit“ (Italien, Regie: Paolo Sorrentino)
  • Kamera: Emmanuel Lubezki („Gravity“)
  • Original-Drehbuch: Spike Jonze („Her“)
  • Adaptiertes Drehbuch: John Ridley („12 Years a Slave“)
  • Schnitt: Alfonso Cuarón and Mark Sanger („Gravity“)
  • Filmmusik: Steven Price („Gravity“)
  • Filmsong: „Let It Go“ von Kristen Anderson-Lopez and Robert Lopez („Die Eiskönigin - Völlig unverfroren“)
  • Produktionsdesign: Catherine Martin und Beverley Dunn (Ausstattung) („Der große Gatsby“)
  • Spezialeffekte: Tim Webber, Chris Lawrence, David Shirk und Neil Corbould („Gravity“)
  • Animationsfilm: „Die Eiskönigin - Völlig unverfroren“ (Regie: Chris Buck und Jennifer Lee)
  • Animations-Kurzfilm: „Mr. Hublot“ (Regie: Laurent Witz und Alexandre Espigares)
  • Dokumentarfilm: „20 Feet from Stardom“ (Regie: Morgan Neville, Gil Friesen und Caitrin Rogers)
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