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Singen, tanzen und trommeln für die Zukunft

"Zabalaza" in der Waldorfschule Singen, tanzen und trommeln für die Zukunft

Die Luft vibrierte im Takt der Trommelschläge, die Aula der Freien Waldorfschule bebte. Mit Gospelsongs, Apartheidliedern und afrikanische Klängen warben Kinder sowie Initiator Florian Krämer für das Resozialisierungsprojekt „Vulamasango“ in den Townships von Kapstadt.

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Kinder und Jugendliche aus dem südafrikanischen Hilfsprojekt „Vulamasango“ präsentierten in der Waldorfschule Gospels, Volksliedern und Songs aus der Zeit der Apartheid.Foto: Arnd Hartmann

Marburg. Seit 2006 touren die Kinder und Jugendlichen aus Kapstadt im Abstand von zwei Jahren mit der musikalischen Bühnendarstellung durch Deutschland. „Zabalaza“ bedeutet übersetzt „um etwas kämpfen“. Es ist in den verarmten Regionen um Kapstadt, wo es den Menschen oft an Hoffnung mangelt, ein Ausdruck des Kampfes für eine gerechtere Welt. „Obwohl die meisten Jugendlichen aus der Gruppe einen langen Leidensweg hinter sich haben, hilft die Musik als Selbsttherapie das Bewusstsein wieder zu stärken“, sagt Projektmanager Florian Krämer.

In ihrem Programm „Mandela Tribute“ präsentierte die Gruppe im ersten Teil Lieder über die Auswirkung der Apartheid während der 1940er bis 1980er Jahre in Südafrika. Der Song „Weeping“ etwa thematisierte die Geschichte von Dan Haymond, einem Soldaten des ehemaligen Regimes, dem die Augen geöffnet wurden. Vor allem die Harmonie in den Kinderliedern und Lobpreisungen, gesungen in der Landessprache Zulu und Englisch, beeindruckte die Gäste.

Florian Krämer berichtete im zweiten Teil des Abends in einem Lichtbildvortrag über den langen Weg zum Hilfsprojekt „Vulamasango“. Es ist eine Einrichtung für hilfsbedürftige und traumatisierte Kinder aus den Townships, die verwaist oder aus verarmten Verhältnissen stammen oder sogar Opfer von Gewalt und Missbrauch wurden. Mithilfe des prominenten Paten Michael Mittermeier und dem RTL-Spendenmarathon konnten bereits über 700000 Euro für das soziale Projekt gesammelt werden. Auf einer fünf Hektar großen Farm in Philippi nahe den Armenvierteln wird zurzeit kräftig gebaut. Energie- und Wasserversorgung sowie Kindertagesstätten und Waisenhäuser sollen bis April nächstes Jahr fertig gestellt werden. Die gespendete Schreinerei von Harald Schneider aus Friebertshausen ist bereits einsatzbereit.

Mit einer letzten Gospel-Ballade verabschiedeten sich die jungen Künstler am Ende der Veranstaltung. Emotion, Freude und ein Stück Hoffnung wurde den Gästen mit auf den Nachhauseweg gegeben.

von Arnd Hartmann

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