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Singen kennt kein Alter

Seniorenkantoreichor Singen kennt kein Alter

Während andere Chöre über Mitgliederschwund klagen, waren gleich zur ersten Probe aus dem Stand heraus mehr als 40 Sängerinnen und Sänger gekommen.

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Sangesfreudige Marburgerinnen und Marburger haben sich in der Seniorenkantorei mit Chorleiter Kantor Dr. Helmut Hering zusammengefunden.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die Gründung einer Seniorenkantorei entspricht offenbar dem Bedürfnis vieler sangesfreudiger Marburger Seniorinnen und Senioren, die früher einmal in einem größeren Chor mitgesungen haben, jedoch aus Altersgründen dort ausgeschieden sind. Viele möchten dennoch weiter - oder nach längerer Pause: wieder - anspruchsvolle Chorliteratur singen, jedoch ohne den Leistungsdruck eines Chores mit überwiegend jüngeren Mitsängern zu verspüren.

Diesem Wunsch kommt die Seniorenkantorei entgegen. Sie versteht sich als so etwas wie ein „Auffangbecken“ für ehemalige Sängerinnen und Sänger aus Marburger Chören wie dem Konzertchor, dem Bachchor, der Kurhessischen Kantorei oder der Elisabeth-Kantorei, aber auch aus den „kleineren“ Chören sowie den Chören des Marburger Umlandes, natürlich auch aus den katholischen Gemeinden.

Pilotprojekt im Bereich der evangelischne Landeskirche Kurhessen-Waldeck

Der große Zuspruch ist insofern nicht verwunderlich, als es zur Zeit einen wahren „Boom“ an Neugründungen von kirchlichen Seniorenchören gibt, auch quer durch alle Regionen und Konfessionen hindurch. Für den Bereich der evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck - wohl auch für die katholische Diözese Fulda - ist der Marburger Chor jedoch so etwas wie ein Pilotprojekt. Darüber ist Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum besonders erfreut. Er schreibt in einem Grußwort zur Gründung des neuen Chores: „Für jeden muss es ein qualitätsvolles Chorangebot geben. Nun also ein neues Ensemble in dieser sangesfreudigen Stadt. Und das bedeutet: Jeder finde, was passt - damit es klinge!“ Ähnlich äußert sich der Marburger Bezirkskantor Nils Kuppe in seinem Grußwort: „Marburg klingt und wächst zusammen - auch mit diesem neuen Chor: eine Seniorenkantorei für Marburg. Auf geht‘s!“

Die Gründung des Chores ist aus einer privaten Initiative hervorgegangen; er ist inzwischen aber formal eine Einrichtung des evangelischen Kirchenkreises Marburg. Er steht allen chorerfahrenen Seniorinnen und Senioren offen, unabhängig von ihrer Gemeinde- oder Konfessionszugehörigkeit. Es ist daran gedacht, neben kleineren Konzerten - mal mit „geistlichem“, mal mit „weltlichem“ Programm - vor allem in Gottesdiensten verschiedener Marburger Kirchengemeinden mitzuwirken. Darüber freut sich besonders der Dekan des Kirchenkreises Marburg Burkhard zur Nieden: „Die Marburger Seniorenkantorei wird mit ihrer Musik unsere Gottesdienste schmücken und so das Evangelium verkündigen. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Der Kirchenkreisvorstand hat in Absprache mit der Initiativgruppe und den zuständigen kirchlichen Instanzen den Kantor Dr. Helmut Hering (Niederweimar) als Leiter des neuen Chores berufen.

Erster Auftritt am zweiten Adventssonntag

Kantor Hering - ein anerkannter kirchenmusikalischer ­„Quereinsteiger“ und selbst „Senior“ - hat über 20 Jahre lang erfolgreich den Chor der Matthäuskirche geleitet, vertretungsweise auch schon die Kantorei der Elisabethkirche sowie die Proben der Kurhessischen Kantorei.

In der Pfarrkirche St. Marien soll am 2. Adventssonntag auch der erste Auftritt der Marburger Seniorenkantorei stattfinden. Mit der Vorbereitung auf diesen ersten öffentlichen Auftritt wurde gleich in der ersten Chorprobe begonnen - mit der Kantate „Magnificat anima mea dominum“ von Dietrich Buxtehude, einem Lobgesang der Maria.

Der Chor freut sich über weitere Mitsängerinnen und Mitsänger, besonders in den Männerstimmen. Die Chorproben finden an jedem Dienstag von 17.30 bis 19.00 Uhr im Gemeinderaum der Lukaskirche Marburg, Zeppelinstraße 29, statt. Nähere Informationen gibt es bei Helmut Hering, Telefon 06421/77273; E-Mail: dr.hering@gmx.de.

von Wilhelm Heermann

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