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Sieger überraschen bei Premiere

G-Werk: Kurzdramenfestival Sieger überraschen bei Premiere

Mit der Premiere der drei Siegerstücke wurde am Donnerstag das viertägige Kurzdramenfestival erstmals im G-Werk eröffnet.

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Innigkeit und Freude mit Tradition

„Grimmia Sessitana“ eröffnete als szenische Lesung das Kurz­dramenfestival im G-Werk.

Quelle: Ricarda Deutsch

Marburg. Bereits zum zehnten Mal wird vom Verein Theater Gegenstand das Kurzdramenfestival präsentiert. Dieses Mal konnte das Programm ausgeweitet werden und findet auf dem gesamtem Gelände des ­G-Werks statt, was bei der Menge an Besuchern auch absolut sinnvoll erscheint.

Der erstmalig vergebene Sonderpreis geht an „Grimmia Sessitana“ von Bernd Marcel Gonner und eröffnet als szenische Lesung am Donnerstag das Festival. Unter der Regie von Fränk Heller arbeiten die Mitwirkenden an Fragen, die ihre Welt bewegen.

Dazu gibt es die Premiere der drei Siegerstücke, die unterschiedlicher nicht sein können. Autoren aus dem gesamten Bundesgebiet hatten ihre Werke an die Jury gesendet, die aus ihnen die besten drei ausgewählt haben. Außergewöhnlich ist die Uraufführung des ersten Siegerstückes „Bürgermeisterin Lampedusas“ von Dietrich Wagner.

Starkes Bühnenbild mit wenigen Mitteln

Die Zuschauer stehen auf einem Baugerüst seitlich der Bühne und schauen aus der Vogelperspektive auf die Schauspieler, die sich mit der Flüchtlingsthematik in und um Lampedusa auseinandersetzen. Dabei werden verschiedene Perspektiven beleuchtet, was der richtige Umgang mit der Thematik sei – nicht nur die Flüchtlinge betreffend, sondern auch gegenüber der eigenen Gesellschaft.

Mit wenigen raffinierten Mitteln schaffen es die beiden Regisseurinnen Frauke Leonie Fichtner und Anna Staab vom „Regiekollektiv ­silea.inc“, ein authentisches und starkes Bühnenbild zu schaffen, das die Zuschauer während der dreißig Minuten Spielzeit begeistert und überzeugt.

Bei „Wie gewonnen, so zerronnen“ von Günter Hein, unter der Regie von Christian Müller, werden rote und grüne Knicklichter an jeden Zuschauer verteilt, der mit diesen während des Spielverlaufs immer wieder die Handlungen des männlichen Protagonisten steuern kann. Von der ersten Sekunde an herrscht große Freude im Publikum, was nicht nur am Konzept dieses Stückes, sondern vor allem auch am ambitionierten und leichten Spiel der Schauspieler liegt, die sich fantastisch auf jede neue Situation einstellen.

„Die Vertreter“ von Bernd Schumann ist ein Stück für den besonders grotesken Geschmack. Personifizierte Krankheiten zetteln eine Rebellion gegen die Schöpferin an, die mittlerweile gar kein Menschenfreund mehr ist und sich viel mehr für andere Dinge interessiert. Die Schauspieler zeigten viel Engagement unter der Regie von Matthias Harre und schließen das Stück mit einem Zitat des Philologen und Philosophen Nietzsche ab, in dem es aus den Kulissen heißt: „Gott ist tot“.

  • Das Kurzdramenfestival geht noch bis Sonntag. Die Siegerstücke sind jeden Abend ab 18 Uhr zu sehen. Hinzu kommt ein vielseitiges Angebot mit Workshops oder einem Poetry Slam. Weitere Informationen unter www.theater-gegenstand.de

von Nigar Ghasimi

   
   
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