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Shoppen, Studium, Sex, und Drogen

OP-Buchtipp Shoppen, Studium, Sex, und Drogen

Slumdog Millionär war gestern – die jungen Menschen, die der ebenfalls noch an Jahren junge Shreyas Rajagopal in seinem Debütroman „Scar City“ beschreibt, zählen zu den Indern, die mit dem sprichwörtlichen goldenen Löffel im Mund geboren werden.

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Shreyas Rajagopal porträtiert in „Scar City“ eine verlorene Generation.

Quelle: Ullstein

Marburg. Sie shoppen in den Emiraten, studieren in den USA und geben sich darüber hinaus in Bombay Drogen, Sex und Alkohol hin. Nichts zu tun ansonsten für Rish und seine Freunde, trotz objektiv blendender Zukunftschancen ist die Generation der jungen Reichen Bombays ein verlotterter Haufen von Nihilisten, die alles haben – außer Idealen, Ideen und einem Plan für ihre Existenz. Ein Suizid, eine Vergewaltigung, ein Unfall – alles geschieht hinter dem Schleier eines verzweifelten Dauerrauschs.

Rish driftet durch eine Stadt, die nicht mehr seine Stadt ist, doch um wirkliche Alternativen zu entwickeln, ist er zu labil. Für den Leser wird es von Seite zu Seite schwerer erträglich, den jungen Inder auf seiner sinnlosen Odyssee zu begleiten. Warum, so fragt man sich, erlöst Rajagopal seinen traurigen Antihelden nicht aus dessen Agonie, warum bietet der Autor nicht wenigstens die Andeutung eines Auswegs an?

Weil es keinen gibt, weil klar werden soll, dass der goldene Käfig keine Tür hat. Mit Wohlwollen lässt sich das als Gesellschaftskritik deuten, und Shreyas Rajagopal lässt kaum Zweifel daran, dass er selbst irgendwie auch an jener indischen Wohlstandskrankheit leidet, die das Personal seines Buchs befallen hat: „Alles in diesem Buch ist wahr. Besonders die erfundenen Stellen“, sagt er.

  • Shreyas Rajagopal: „Scar City“, Ullstein, 349 Seiten, 18 Euro.

von Carsten Beckmann

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