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Shakespeare einmal ganz anders

Theatergruppe der AMV Fridericiana Shakespeare einmal ganz anders

Auf den ersten Blick haben Shakespeare und Fußball nicht viel gemeinsam. Wie sich beides jedoch in einem Theaterstück miteinander verbinden lässt, konnte man bei der AMV Fridericiana sehen.

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Beatrice (Elisabeth Polduwe), Falstaff (Friedemann Rimbach-Sator) und Silvius (David Löffler) vertreten Shakespeares Komödien.Foto: Viola Schrader

Marburg. Viele Zuschauer waren am Donnerstagabend zur Premiere gekommen, als die Theatergruppe der AMV Fridericiana bekannte und auch weniger bekannte Figuren aus den Werken William Shakespeares zum Leben erwachen ließ. Insgesamt 21 Figuren, dargestellt von 20 Schauspielern, galt es bei der Aufführung zu entdecken.

Regie führte Katrin Wendland, die das Stück frei nach dem Autor Jörg Steinberg, einem bekennenden Fußballfan, und der Bremer Shakespeare Company inszenierte. Bereits zum Semesterbeginn, Mitte Oktober, hatte die Gruppe mit den Proben begonnen. „Wir hatten wahnsinnig viel Spaß bei den Proben“ sagte Julia Lepik, die den Mamilius aus Shakespeares „Ein Wintermärchen“ mimte. Aber das Stück unterhielt nicht nur die Schauspieler, sondern auch das Publikum.

Zunächst beginnt alles ganz harmlos. In der Johannisnacht im Jahr 1857 erwachen in der British Library die Charaktere aus Shakespeares Werken zum Leben. Nur einmal im Jahr ist es ihnen vergönnt, lebendig zu werden.

Doch schon kurz nach ihrer Erweckung beginnen sich die Figuren zu streiten. Tragödien und Komödien entpuppen sich als verfeindete Parteien, die seit je her darum streiten, welchem Theatergenre die Vorherrschaft über die andere gebührt. Schließlich heißt es dann „Komödie oder Tragödie - das ist hier die Frage!“ und es kommt zu einer kämpferischen Auseinandersetzung, bei der die Figur des Cardenio ums Leben kommt. Bestürzt über Cardenios Tod beginnen die Charaktere allmählich darüber nachzudenken, wie man die Streitigkeiten austragen kann, ohne dabei Blut zu vergießen.

Der Kampf wird schließlich zum Spiel und durch klare Regeln und Richtlinien „schafft man ein Element, dass man dereinst völkerverbindend nennt.“ Schließlich werden die „Gesetzestafeln des Fußball“ von den Charakteren niedergeschrieben. Da man nicht mehr länger mit Hamlets Schädel spielen möchte, sucht man nach Alternativen und entscheidet sich schließlich für einen Lederball.

Durch das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Figuren kommt es bald zu Verwirrungen und Intrigen, die in humorvollen Dialogen und einer gewissen Situationskomik gipfeln.

Aber auch ungewöhnliche Liebespaare finden zueinander. So liebt Romeo nicht nur seine Julia, sondern findet auch Gefallen an der schönen Miranda aus „Der Sturm“. Und auch Hamlet und die Beatrice aus „Viel Lärm um Nichts“ werden, nach anfänglichen Zänkereien, ein Liebespaar.

Das Publikum belohnte die gelungene Inszenierung und das Spiel der jungen Darsteller anschließend mit großem Beifall.

von Viola Schrader

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