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Seit 50 Jahren dem Glanz verschrieben

Fischbach GmbH Seit 50 Jahren dem Glanz verschrieben

Von wegen „mal kurz durchwischen“: Gebäudereinigung bedeutet weit mehr als Putzen – das 
verdeutlicht Wolfgang Fischbach, Geschäftsführer der Fischbach GmbH 
in Marburg.

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Detlef Stange, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands der Gebäudedienstleister (von links) gratulierte Wolfgang und Florian Fischbach zum Jubiläum.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. 50 Jahre gibt es das Unternehmen mittlerweile. 
„Alles fing mit Horst Fischbach als Ein-Mann-Betrieb an – mein Cousin“, erzählt der heutige Geschäftsführer Wolfgang Fischbach.

Der hatte sich 1966 als Gebäudereiniger selbstständig gemacht und war schon relativ früh auf Expansionskurs, stellte nach und nach Mitarbeiter ein. „Unter anderem unseren jetzigen Betriebsleiter Gunter Hegen, der dieses Jahr seit 40 Jahren im Unternehmen ist“, so Fischbach.

„Wir haben uns dann auf dem 70. Geburtstag meiner Mutter in Siegen getroffen“, erinnert sich Wolfgang Fischbach, „und er kam total abgehetzt und genervt zur Feier, sagte, er habe keine Lust mehr.“ Für den heutigen Inhaber war die Gebäudereinigung Neuland. „Ich komme aus der Industrie“, sagt er.

Doch sein Interesse war geweckt, „denn ich wollte mich schon gerne selbstständig machen“. Unternehmenssitz war damals in Wetter, „mein Cousin organisierte alles aus zwei Garagen heraus“, erinnert sich Fischbach. Ein Viertel Jahr lang habe er 
seinem Cousin über die Schulter geschaut und festgestellt: Mit einer besseren Organisa­tion könne das Geschäft viel besser laufen.

Ziel: Mitarbeitern eine 
gute Perspektive bieten

Wolfgang Fischbach übernahm vor 20 Jahren das Unternehmen, verlegte den Firmen­sitz nach Marburg – heute 
beschäftigt das Unternehmen rund 250 Mitarbeiter, hat zudem eine Zweigstelle in Netphen, die Sohn Hagen Fischbach leitet. Und in der Geschäftsführung Marburg ist Sohn Florian aktiv – ein echtes Familienunter­nehmen also.

Für Wolfgang Fischbach ist klar: „Wer gute Arbeit und Qualität liefern will, der muss investieren.“ Das bezieht er nicht nur auf Maschinen und Material des zertifizierten Betriebs, sondern vor allem auf sein Personal. Die technische Ausstattung könne man kaufen – guten Mitar­beitern müsse man indes eine Perspektive bieten.

Das beginne schon bei der fundierten Ausbildung von jährlich fünf Azubis. „Denn nur so können wir den Nachwuchs in unsere Arbeitswelt integrieren“, ist sich Fischbach sicher. Daher setzt er auch darauf, seinen Mitarbeitern neben einer beruflichen Perspektive auch eine solide Entlohnung zu bieten.

In diesem Zusammenhang regt Fischbach auf, dass seine Branche immer mit Lohndumping gleichgesetzt werde – denn bereits seit 2008 gebe es bei den Gebäudereinigern einen verbindlichen Mindestlohn, der derzeit bei 9,80 Euro liege. Glasreiniger verdienen bei Fischbach 12,98 Euro, der Gesellenlohn liegt bei 14,38 Euro – das sei also weit vom Lohndumping entfernt.

Weit mehr als nur Putzen

Detlef Stange, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands, weiß, dass es schwierig ist, 
Azubis für das Berufsfeld zu 
gewinnen – zu groß seien die Vorurteile und zu wenig seien die Herausforderungen des Handwerks bekannt.

„Gebäudereinigung ist weit mehr als nur Putzen“, betont auch Wolfgang Fischbach. Denn das Unternehmen bietet das gesamte Dienstleistungsspektrum an – von der Unterhaltsreinigung über die Bau- und Fassadenreinigung bis hin zur fachspezifischen Reinigung von Industrieanlagen. Und dafür benötigen die Fachkräfte Kenntnisse in Hygienetechnik, Desinfektion und Arbeitssicherheit ebenso wie im Gesundheitsschutz, der Gefährdungsbeurteilung und der Dokumentation.

Florian Fischbach verdeutlicht die benötigten Kenntnisse etwa bei der Wahl des richtigen Reinigers: „Es gibt ungefähr 2500 Materialien in Häusern, Kaufhäusern, Hotels – wenn ich etwa auf einem Marmorboden einen sauren Reiniger verwende, dann habe ich mal eben 500 Quadratmeter Marmorboden in einem Foyer zerstört.“

Jedes Jahr kämen durchschnittlich vier neue Bodenbeläge hinzu, die getestet werden müssten – „man benötigt also jede Menge Fachwissen, chemische Kenntnisse und Materialkunde – nicht umsonst dauert die Ausbildung drei Jahre.“

von Andreas Schmidt

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