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Schwungvolle karibische Messe

Gospelkonzert Schwungvolle karibische Messe

Das Konzert des Gospelchores „Joy of life“ unter der Leitung von Jean Kleeb mit „A Carribean Mess“ von Glenn McClure begeisterte das Publikum in der Lutherischen Pfarrkirche.

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Das „Karibische Messe“-Konzert des Gospelchors „Joy of life“ in der Lutherischen Pfarrkirche wurde von dem Steeldrum-Orchester „Bäng Bäng“ adäquat begleitet. Foto: Michael Hoffsteter

Marburg. Bevor es mit der eigentlichen Messe losging, stimmten die elf Musiker des Steeldrum-Orchesters „Bäng Bäng“ aus Dortmund das Publikum in der Lutherischen Pfarrkirche ein. Wie zuvor die Sängerinnen und Sänger des Chores „Joy of Life“, zogen auch sie musizierend vom Kircheingang ins Schiff.

Die Instrumente der Musiker, die auch Steelpans genannt werden, entstanden vor 80 Jahren auf Trinidad. Aus Protest gegen das Trommelverbot wurden Ölfässer ausgehöhlt und und mit Beulen zu Musikinstrumenten gemacht. Beim Konzert am Sonntag waren verschieden große Steeldrums zu sehen, die entsprechend in unterschiedlichen Tonhöhen erklangen.

Stimmgewaltige Sopranistin

Bereits im Jahr 2004 waren die Musiker bei der vierten „Semana Latina in Marburg“ zu sehen gewesen. Bekannte Songs wie „Unchained Melody“ oder „Oye como va“ sowie zwei Eigenkompositionen sorgten mit der verspielten Rhythmik schnell für wippende Beine und Köpfe im Publikum. Mittendrin präsentierte der Chor „Joy of Life“ mit „Africa“ ein eigenes Lied.

Mit den Beatbox-Rhythmen von Christian Haas sangen Tom Gerritz und Björn Struckmeier stimmungsvoll den „Toto“-Hit. Dabei hätten die beiden „Joy of Life“-Mitglieder sich ruhig mehr trauen können. So musste sich der etwa 80-köpfige Chor mit seiner Stimmkraft etwas zurückhalten und auch die Sopranistin Katharina Schwaiger hätte die beiden fast übertönt. Das Publikum war dennoch begeistert.

Gut eingestimmt ging es ebenso bunt und lebhaft mit der Messvertonung weiter. Umrahmt wurden die rhythmischen Werke von den Soli der Sopranistin Felicia Friedrich, die im vergangenen Jahr schon beim „Sacred Concert“ von Duke Ellington die Pfarrkirche begeisterte.

Gewidmet ist die Messe Franz von Assisi, der 1128 von Gregor IX heilig gesprochen wurde und nach dem sich der aktuelle Papst benannt hat. Sprachlich und musikalisch verband Glenn McClure in seiner Karibischen Messe die verschiedenen ethnischen Gruppen auf den karibischen Inseln Mittelamerikas sowie bestehende Traditionen mit denen Lateinamerikas und Afrikas. Dazu passte auch das Steeldrum-Orchester, das mit seinem einzigartigen Klang den ein oder anderen in Urlaubsstimmung versetzte.

Chor singt zu Samba-Rhythmus

Mit einem ruhigen, dunklen Vorspiel des Steeldrum-Orchesters „Bäng Bäng“ begann etwa die Litanei „Kyrie“. Nach dem Einsatz des Schlagzeugs änderte sich das Tempo zum beschwingten Samba-Rhythmus und der Chor sang so locker und eingängig, dass man gerne mitgesungen hätte. Anders dagegen das „Gloria“, das wie New-Orleans-Trauermarsch sehr soulig und andächtig daherkam und immer wieder an „Amazing Grace“ erinnerte. Beim Sonnengesang wurde ein grandioses Finale eingeläutet.

Wie zuvor von Moderatorin Andrea Wöllenstein eingeladen, sang das Publikum beim Kehrvers mit, wenn auch anfangs sehr zögerlich. Dafür wurde es beim abschließenden Applaus mit viel Jubel und Standing Ovations umso lauter. Nach zwei Zugaben zogen die Sänger wieder mit „Gloria Adios“ aus. Wer hier den schnellen Weg durch den Seitenausgang suchte, verpasste die großartige Verabschiedung des Gospelchores.

Wie schon bei vergangenen Konzerten verabschiedeten sich die Sängerinnen und Sänger spalierstehend von ihrem Publikum und ließen sich von Bekannten herzen und beglückwünschen.

von Mareike Bader

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