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Schwere Kost für Nicht-Genies

Figurentheater Wilde & Vogel Schwere Kost für Nicht-Genies

Aus Leipzig kommt das 
renommierte Figurentheater Wilde & Vogel. Am Wochenende präsentierten sie ihre Produktion „Die Empfindsamkeit der Giganten“ am Landestheater.

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Michael Vogel in Da-Vinci-Maske und Christoph Bochdansky 
loteten mit der Multiinstrumentalistin Charlotte Wilde die Empfindsamkeit von Genies aus.

Quelle: Thilo Neubacher

Marburg. Charlotte Wilde, Michael Vogel und Christoph Bochdansky holten nicht weniger als drei Genies auf die Bühne: Leonardo da Vinci, Johann Sebastian Bach und Siegmund Freud, das ist der mit dem Es, dem Ich und dem Über-Ich.

„Wir werden Giganten zu uns rufen, werden ihnen ihr Genie entreißen und es demokratisch unter uns verteilten“, versprach Christoph Bochdansky zu Beginn. Um gleich einzuschränken, wenn es nicht gelinge, müsse eben jeder so wieder 
gehen, wie er gekommen sei.

Die Inszenierung hatte dann ein bisschen etwas von einer Voodoo-Beschwörung, mit der mittels eines Mediums zumindest ein ziemlich irritierender Leonardo Da Vinci auf Freuds Couch gezerrt werden konnte. Bach war durch seine Musik präsent.

Keine durchgehende Dramaturgie

Dem Team gelangen mit wunderbaren Masken und witzigen kleinen Apparaturen eindrucksvolle Bilder und Momente – allein die demokratische Verteilung des Genies wollte in dem sperrigen Stück nicht recht 
gelingen.

„Die Empfindsamkeit der Giganten“, mitproduziert vom Hessischen Landestheater, war über weite Strecken schwere und schwer durchschaubare Theaterkost. Witzige Clownerien wie die Dialoge zwischen Geier und Hunde, deren Vorbilder offensichtlich die beiden frech lästernden Alten Waldorf und Statler aus der Muppets-Show waren, wechselten mit gähnend langatmigen Tanz-Szenen, die eher an eine Kunst-Performance erinnerten.

Eine 
durchgehende Dramaturgie suchte manvergebens. Vielleicht war sie für normalsterbliche Theaterbesucher einfach zu tief versteckt in Freuds 
Metapsychologie des psychischen Apparats. Nach 90 bisweilen anstrengenden Theaterminuten gab es freundlichen Applaus.

von Uwe Badouin

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