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Schwebender Klang, harmonischer Gesang

"Overback" Schwebender Klang, harmonischer Gesang

Ein Kult wird fortgesetzt: Wie im Vorjahr waren die beiden Konzerte von Overback in der Waggonhalle ausverkauft.

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"Overback", bestehend aus Dennis Wutzke (von links), Rainer Husel, Robert Oberbeck, Wolf Peterhoff und Burkhard zur Nieden, gaben am Wochenende zwei Konzertabende vor begeistertem Publikum in der jeweils ausverkauften Waggonhalle.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Es macht einfach Spaß, den perfekt arrangierten, anders und keineswegs schlechter als die Originale klingenden Coversongs zu lauschen, den dreistimmigen Gesang zu genießen und auch manchmal lauthals mitzusingen. Auch diesmal waren alle 340 Karten im Vorverkauf weggegangen. Und auch diesmal feierten die Besucher die Band, die im Vorjahr ihre „Volljährigkeit“, das 18-jährige Bestehen, erreicht hatte.

Unplugged ging der Abend los. Die fünf Musiker setzten sich vor die Bühne, drei Akustikgitarren, ein wenig Perkussion und ein Akkordeon sowie die drei im Satzgesang sowie solistisch prägenden Stimmen von Robert Oberbeck, Rainer Husel und Wolf Peterhoff zogen mit „Free Fallin“ von Tom Petty, „Weather With You“ von Crowded House und „The Letter“ von Wayne Carson gleich die Zuhörer in ihren Bann.

Hammondorgel erzeugt charakteristische Klänge

Gespannt durfte man auf den Sound an diesem Abend sein, nachdem Burkhard zur Nieden vor einem Jahr dank der Leihgabe von Rainer Pohl vom Hinterland Jazz Orchestra auf einer originalen Hammond-Orgel hatte spielen können. „Aufgrund dieser Erfahrung hat er extra eine P 100 gekauft. P steht für Portable, das muss noch aus der Zeit der Bergmannskapellen stammen“, kommentierte Frontmann Rainer Husel (Bass, Gitarre, Gesang) in einer seiner typischen launisch-ironischen Ansagen die Neuanschaffung zur Niedens. Das 1963 gebaute Instrument besitze dank „labbriger Tasten“ eine hohe Repetitionsfähigkeit, erläuterte zur Nieden. Die Leslie-Box mit rotierenden Lautsprechern erzeugt die charakteristischen schwebenden Klänge, was bei Stücken wie „A whiter shade of pale“ authentisch, bei jüngeren Werken verfremdend wirkte. So erhielt auch die beliebte, wunderbar arrangierte, sanfte Version des „Men at Work“-Hits „Down Under“ mit zwei Akustikgitarren, Querflöte und dreistimmigen Gesang durch den Einsatz der Hammondorgel einen ganz neuen Kick.

Während der erste Teil des dreieinhalbstündigen Konzerts von eher ruhigen Stücken geprägt war, ging es im zweiten Teil deutlich rockiger zu. Bei „Mary Jane‘s Last Dance“ von Tom Petty wirkte das Publikum unter Anleitung Husels als Chor mit, an den Seiten der bestuhlten Waggonhalle tanzten gelegentlich einige Besucher.

"Man sollte gute wie schlechte Witze nur einmal machen"

Der Berliner Dennis Wutzke glänzte mit virtuoser Gitarrenarbeit und Soli, beispielsweise bei „Brothers in Arms“ und „Sultans of Swing“ von den Dire Straits, die Mark Knopfler kaum besser hinbekommen hätte.

Drei Zugaben gab es für das enthusiastisch klatschende und pfeifende Publikum, neben „Chain reaction“ von John Farnham und „Crazy love“ von Van Morrison kündigte Husel ein Stück als „dumm Zeug“ an. Im Vorjahr hatten die Zuhörer mit ihrer ausdauernden Forderung nach „Atemlos“ die Band tatsächlich dazu gebracht, das Helene Fischer-Lied zu spielen. „Das werden wir nie wieder tun, man sollte gute wie schlechte Witze nur einmal machen“, erklärte Husel. Dann erklang Michael Jacksons „Billie Jean“, gesungen von Robert Overbeck und im Hammond-Orgel-Sound.

„Dumm Zeug ist, wenn eine Band wie wir Michael Jackson spielt, er war einer der Größten“, stellte Husel danach klar.

Aber es hatte ganz und gar nicht dumm geklungen, sondern noch einmal die Originalität und Fähigkeit von Overback unterstrichen, sich unbekannte wie bekannte Werke anzueignen und zur Freude der Fans in neuem Gewand erstrahlen und ganz neu hören zu lassen.

von Manfred Schubert

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