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Schwarz trifft Farbe, Raum trifft Licht

Doppelausstellung Schwarz trifft Farbe, Raum trifft Licht

Wuchtiges Schwarz und zartes Licht, Natur ohne menschliches Maß und Räume ohne Menschen - die Arbeit von Werner Knaupp und Nicole Ahland kontrastiert und offenbart Parallelen. Eine spannende Begegnung.

Marburg. Schon die Vernissage sorgte für Begeisterung. „Was für eine Kraft!“, war zu den Werken von Werner Knaupp im ersten Stock zu hören und die Fotografien von Nicole Ahland entlockten den Betrachtern ein ums andre Mal: „Wunderbar“.

Dr. Thomas Heyden vom Neuen Museum Nürnberg, der zur Eröffnung sprach, war wiederum begeistert von der Zahl der Besucher und Nicole Ahland freute sich besonders, dass darunter so viele junge Leute waren. Ein rundum gelungener Einstand also für die jüngste Ausstellung im Kunstverein - und das, obwohl der erste Blick zur Annahme verleiten könnte, sie sei aufgrund der scheinbaren Gegensätzlichkeit der Kunstwerke nicht unbedingt eine „runde Sache“.

Bereits Dr. Gerhard Pätzold vom Kunstverein verwies in seiner Begrüßung aber bereits auf eine grundsätzliche Gemeinsamkeit der zwei ausstellenden Künstler: Es gehe ihnen beiden um „die Überwindung des Gegenständlichen“, so Pätzold. Dr. Thomas Heyden erklärte ebenfalls, die Arbeit von Nicole Ahland und Werner Knaupp habe „einiges miteinander zu tun“. Bei Nicole Ahland werden konkrete Räume zu archetypischen, sagte Heyden. Der Raum ist ihr zentrales Thema, sagt die Künstlerin selbst. Auf ihren Fotografien - allesamt analog - zeigt er sich wahlweise lichtdurchflutet oder fast in kompletter Dunkelheit.

Sie arbeite mit dem Licht als der „fundamentalsten und ursprünglichsten Dimension“ des Mediums, erklärte Thomas Heyden. Zehn der Aufnahmen, die im Marburger Kunstverein zu sehen sind, stammen aus der Werkreihe „Expectations“, deren Entstehen auf ein Projekt in der Kölner Kunststation St. Peter zurückgehen. 24 Stunden war Nicole Ahland dort allein mit dem Raum, mit den verschiedenen Stimmungen und Lichtverhältnissen. Ahland, Jahrgang 1970, gilt derzeit als eine der ungewöhnlichsten Fotokünstlerinnen, hat bereits viele Stipendien erhalten sowie im In- und Ausland ausgestellt. Unter anderem war sie 2012 auf der „Mediations Biennale“ in Polen vertreten.

„Schwarz“ ist nicht von ungefähr der Titel der Ausstellung von Werner Knaupp. Dessen zentrales Thema sind die Naturgewalten. Seine Landschaften suchen die Extreme und geben einer „Natur ohne menschliches Maß“ Ausdruck, so Dr. Thomas Heyden. Extremen ist der Künstler auf vielen Reisen in die unterschiedlichsten Gebiete der Erde ebenso begegnet wie zum Beispiel auch in seiner Arbeit im Krematorium oder einem Nervenkrankenhaus. Er male die Landschaft als „Kraftfeld“, erläuterte Heyden. Und er male nicht mit Schwarz, sondern mit den Reflektionen von Schwarz.

Nachdem er vor allem als Zeichner und Bildhauer künstlerisch tätig gewesen ist, begann er erst vor gut zehn Jahren, mit Acrylfarbe zu malen. Geschwächt durch eine schwere Erkrankung entdeckte er im vergangenen Jahr die Fotografie als neues Medium für sich. So finden sich in seiner Ausstellung sowohl Skulpturen aus den 1980er Jahren und Bilder aus der Werkgruppe der „Westmännerinseln“ als auch farbenfrohe Fotografien aus dem Blumengarten von seiner Frau Barbara.

Die Ausstellungen „Expectations“ und „Schwarz“ von Nicole Ahland und Werner Knaupp sind noch bis zum 25. Juli im Marburger Kunstverein zu sehen. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr und mittwochs von 11 bis 20 Uhr. Jedem Samstag ab 16 Uhr finden öffentliche Führungen statt. Weitere Informationen auf der Homepage des Kunstvereins unter www.marburger-kunstverein.de.

von Nadja Schwarzwäller

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