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Schüler testen Erwin-Piscator-Haus

Erster Probelauf im Millionen-Projekt Schüler testen Erwin-Piscator-Haus

Rund 600 Schülerinnen und Schüler der Martin-Luther-Schule enterten am Mittwoch- und Donnerstagabend erstmals die Bühne im umgebauten Erwin-Piscator-Haus, wie die Stadthalle jetzt heißt.

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So wird man das Erwin-Piscator-Haus bald wieder regelmäßig sehen: Hellerleuchtet geben die großen Fensterflächen den Blick frei auf die Besucher.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Die Aufregung war groß – sowohl beim Team von Tine Faber, der neuen Leiterin des Erwin-Piscator-Hauses (EPH), als auch bei den vielen Vertretern des Marburger Bauamtes um Baudirektor Jürgen Rausch, die bei der ersten öffentlichen Veranstaltung im EPH sehen wollten, ob denn in dem rund 36 Millionen Euro teuren Gebäude alles klappt. Und natürlich hatten die Schülerinnen und Schüler Lampenfieber, die an beiden Abenden vor jeweils rund 800 Zuhörern auftraten.

Die Martin-Luther-Schule war in der Vergangenheit eng verwoben mit der alten Stadthalle. Ihre traditionellen Schulkonzerte fanden bis zur Schließung vor drei Jahren immer dort statt. Jetzt ist die MLS räumlich noch enger an den Neubau gerückt, denn anders kann man das Erwin-Piscator-Haus nicht bezeichnen. Die Schule ist baulich mit dem EPH verzahnt, hat dort vier Klassen- und Multifunktionsräume erhalten, die direkt mit der Cafeteria der MLS verbunden sind.

Hunderte Besucher nutzten die Schulkonzerte der Martin-Luther-Schule (MLS) am Mittwoch- und Donnerstagabend auch, um einen ersten Blick in das sanierte und umgebaute Erwin-Piscator-Haus zu werfen. Das EPH wird nach drei Jahren Bauzeit offiziell am 4. und 5. Juni wiedereröffnet.

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Schulleiter Karl Goecke freute sich am Mittwoch bei der Begrüßung der gut 800 Väter, Mütter, Omas und Opas seiner Schüler. „Wir sind wieder hier, in unserem Revier“, zitierte er Marius Müller-Westernhagen, bevor er die große Bühne freigab für die Fachschaft Musik.

Die präsentierte am Mittwoch- und Donnerstagabend ein umfangreiches Programm, das dokumentiert, welchen Stellenwert die musische Bildung an der Schule hat. 600 der rund 1200 Schülerinnen und Schüler der MLS traten an beiden Abenden in unterschiedlichsten Ensembles auf: die Flötenklassen der Jüngsten aus den 5. Klassen, Streicherklassen, Bläserklassen, die Konzertband, der große Chor, Schwerpunktklassen, Orchester, die Rock AG und sogar ein Solistenquartett des großen Chores.

Wände mit Eichenfurnier verkleidet

Das Spektrum ist enorm, die Anforderungen waren geschickt dem jeweiligen Leistungsvermögen angepasst – vom einfachen Traditional „Oh, when the Saints“ über eine originelle Version von Bachs Kaffeekantate bis zu Mendelssohn-Bartholdys „Abschied vom Wald“. Für alle gab es übrigens stürmischen Applaus vom Publikum.

Ansonsten galt das Augenmerk dem EPH: Der große Saal ist gelungen, die Wände sind mit Eichenfurnier verkleidet, die Akustik wurde verbessert, die Bühne ebenso wie die Bestuhlung komplett erneuert. Der Beton der Wände in den großzügigen und hellen Foyers ist nicht verkleidet – die gewollte Fabrikatmosphäre ist gewöhnungsbedürftig. Dort sollen, so Baudirektor Rausch, Möglichkeiten für Ausstellungen geschaffen werden. Die Fußböden in den Foyers sind aus einem speziellen Estrich. Am Mittwoch war der noch unheimlich glatt, man konnte fast Schlittschuhlaufen – er soll am Wochenende angeraut werden.

In den weiteren Räumen wie etwa den Sanitärbereichen herrschen knallige, leuchtende Farben vor: Magenta, Grün, Gelb, Türkis. In allen Etagen gibt es Sitzmöbel. Die Gastronomie im Erdgeschoss ist nahezu fertig. Großzügig sind auch die obere und die mittlere Außenterrasse. Eine steile Treppe und ein Aufzug verbinden die drei Etagen und das Untergeschoss mit dem neuen KFZ.

von Uwe Badouin

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