Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Schüler spielen mit Profis: „Der Hammer“

hr-Sinfonieorchester in der Alfred-Wegener-Schule Schüler spielen mit Profis: „Der Hammer“

Grieg statt Cro lautete am Donnerstag das Motto in der überfüllten Turnhalle der Alfred-Wegener-­Schule. Dort machte das hr-Sinfonieorchester auf seiner Schultour Station.

Voriger Artikel
Kreis ehrt Heimatforscher und Künstlerin
Nächster Artikel
OP-Kollegen trauern um Helmut Rottmann

Suchbild mit Musikern: Das hr-sinfonieorchester platzierte sich in der Mitte der Turnhalle der Alfred-Wegener-Schule und wurde umringt von Schülern.

Quelle: Thorsten Richter

Kirchhain. Strahlende Gesichter in der Turnhalle der Alfred-Wegener-Schule: bei Lehrern, Schülern, den Musikern des hr-Sinfonieorchesters und ganz besonders bei den jungen Musikerinnen und Musikern der Concert-Band der Alfred-Wegener-Schule, die im Rund des Frankfurter Ausnahmeorchesters Platz nehmen und ein Werk, das Finale von Dvoráks 9. Sinfonie, mitspielen durften. „Es war der Hammer“, sagte eine Schülerin nach dieser ganz besonderen Erfahrung dem hr-Moderator Stefan Hoffmann, der ebenso kenntnisreich wie locker durch das gut einstündige Programm führte.

Normalerweise spielt das international renommierte hr-Sinfonieorchester in den großen Konzertsälen der Welt – in Japan ebenso wie in Lateinamerika. Das hr-Sinfonieorchester ist ein sogenanntes A-Orchester, ein internationales Spitzenorchester mit herausragenden Dirigenten und 112 exzellenten Musikern, die das schwierige Aufnahmeverfahren gegen große Konkurrenz überstanden haben. Den Sprung ins hr-Sinfonieorchester schafft man nicht durch ein Studium sondern einzig und allein durch individuelles Können und Talent beim Probevorspiel und Probejahr.

Das hr-Sinfonieorchester wurde von 500 Schülern in der Alfred-Wegener-Schule stürmisch gefeiert.

Zur Bildergalerie

Und dieses Ausnahmeorchester, das die Programme in den berühmten Konzertsälen der Welt ziert, hat sich am Donnerstag auf den Weg gemacht in eine Schulturnhalle. Natürlich nicht in der großen Besetzung, die würde gar nicht in die Halle passen, sondern mit 45 Musikerinnen und Musikern und dem jungen, hochtalentierten und erst 25-jährigen Dirigenten Felix Mildenberger.

Also exakt so viele Musiker, wie nötig waren, um die acht Werke spielen zu können, die das Orchester für ihre Schultour ausgewählt hatte: Neben Dvoráks 9. waren dies das „Lied des Torero“ aus George Bizets Oper „Carmen“, Edvard Griegs zauberhafte „Morgenstimmung“, ein atemberaubender Mix aus Beethovens 9. und dem Filmthema aus dem Action-Streifen „Mission impossible“, ein nicht minder begeisternder Mix aus Barock und Bossa Nova mit Bach „Air“ und Antonio Carlos Jobims Version von „A Girl from Ipanema“, Aram Chatschaturjans rasanter „Säbeltanz“ und zum Abschluss des stürmisch gefeierten Konzertes Leonard Bernsteins „Mambo“ aus dem Musical „Westside Story“.

Mal standen bei dem Programm die Streicher im Vordergrund, mal die legendären Holzbläser, mal die Blechbläser, mal die Percussion. Eine sehr geschickte Wahl, um Kinder und Jugendliche mal für Grieg, Bach und Beethoven zu begeistern.
Organisiert wurde das Konzert von Steffen Karber. Er ist einer von sechs Musiklehrern an der Alfred-Wegener-Schule, die einen musikalischen Schwerpunkt hat. Rund 350 der 1500 Schülerinnen und Schüler der AWS werden nach Auskunft von Karbers Kollegen Thorsten Mihr musikalisch besonders ausgebildet. Es gibt eine Mini-Big-Band, eine Big-Band und derzeit ist eine Concert-Band im Aufbau.

Darunter verbergen sich Talente wie der 12-jährige Ayhan Kuse. Der Sechstklässler hat das Werk komponiert, mit dem die Concert-Band die Profis aus Frankfurt begrüßte. „Ayhangers“ hat er es genannt, es ist eine Anspielung auf die Comic-Verfilmungen rund um die Avengers. Er sei Fan der Marvel-Comics, sagte Ayhan.

„So nah an einem Sinfonieorchester war ich noch nie“

Sein Lehrer Steffen Karber, der in Arnheim auf seine pädagogische Ausbildung ein Studium in Filmkomposition draufgesattelt hat, hat das vierstimmige Werk für die um die Bläserklasse 6c verstärkte Concert-Band ­arrangiert. Dafür gab es sogar Applaus von den Profi-Musikern aus Frankfurt.

Zuvor hatte Schulleiter Matthias Bosse das „hochverehrte Publikum“ und die Musiker begrüßt. Die AWS hatte zuletzt 2014 Besuch vom hr, damals von der Big-Band. „Ich habe mich gefragt: was soll nach der Big-Band noch kommen?“, sagte Bosse. Nun war dieses Ausnahmeorchester zu Gast. Und der Schulleiter stellte begeistert fest: „So nah an einem Sinfonieorchester war ich noch nie.“ Und nach dem Konzert wirkten auch die Musiker aus Frankfurt, die zuvor geduldig die Fragen der Schüler beantwortet hatten, rundum zufrieden.

Das hr-Sinfonieorchester geht seit 2008 regelmäßig auf Schultour. Die nächste ist im November geplant. Schulen können das Bewerbungsformular per Mail unter musik-und-schule@hr.de anfordern.

von Uwe Badouin

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr