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Schriller Kommissar auf dem Golfplatz

Golf meets Crime Schriller Kommissar auf dem Golfplatz

Eine unterhaltsame Lesung mit gleich zwei Autoren gab es zum Abschluss des Krimifestivals im Oberhessischen Golf-Club Marburg. Nur eines der Bücher war ein Krimi, aber beide hatten mit Golf zu tun.

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Bent Ohle (links), Autor des Krimis „Lakeballs“, und Tobias Dier, der „Mit dem Zweiten kann’s jeder!“ geschrieben hat, signierten nach der Lesung Bücher.Foto: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Bernsdorf. Der 1973 geborene, in Braunschweig lebende Bent Ohle hat bereits mehrere Krimis veröffentlicht. Der im Vorjahr veröffentlichte, auf Amrum spielende Krimi „Inselblut“, wird zurzeit vom ZDF verfilmt. Dass Ohle gelernter Drehbuchautor ist, merkt man auch dem szenischen und bildhaften Aufbau des im Golfmilieu spielenden Krimi „Lakeballs“ an. Es war seine zweite Lesung des Romans, und die erste, die er an einem möglichen „Tatort“, nämlich im Oberhessischen Golf-Club Marburg, abhielt.

Der Golfclub eines Provinzstädtchens ist es, auf welchem die Leiche eines Ermordeten gefunden wird. Nicht an einem Stück - und wo ein bestimmtes Körperteil gefunden wird, darauf spielt der zweideutige Titel an.

Dieser schwarze Humor zieht sich durch den Roman. Zudem lässt der Autor mit dem aus Berlin zwangsversetzten, einen roten Irokesenschnitt tragenden Kommissar Wimmer und dem ländlichen Golfermilieu zwei gegensätzliche Welten aufeinanderprallen, was Gelegenheit für zahlreiche grotesk-witzige Ereignisse bietet. Zwar gab Ohle im Laufe des Abends zu: „Wenn man komische Sachen schreiben will, muss man leider auch mit Klischees arbeiten.“ Aber ihm gelang das Kunststück, einen unterhaltsamen, sich nicht „todernst“ nehmenden Kriminalroman zu schreiben, der dennoch überraschende Wendungen enthält, und spannend bis zum Schluss bleibt. Auch die 45 Zuhörer im Golf-Club-Restaurant Fairway amüsierten sich bei den zwei Szenen, die Ohle las.

Dass Ohle überhaupt diesen Golf-Krimi schrieb, ist auf eine Anregung von Thomas Richter, Leiter des Buchverlags im Landwirtschaftsverlag Münster zurückzuführen. Der ambitionierte Amateurgolfer hatte zu Ohle gesagt, es gebe keinen guten Golf-Krimi in Deutschland. „Unsere Idee war es, eine Golf-Krimireihe zu schaffen“, hatte Richter zu Beginn erzählt. Nun sehe es aber eher so aus, als könne es eine Kommissar-Wimmer-Reihe geben, denn der habe viele Fans.

Thomas Richter selbst ist Co-Autor des zweiten Buches, das an diesem Abend vorgestellt wurde. Dies übernahm der andere Verfasser, der Golfprofi Tobias Dier, ehemaliger Doppelsieger und Rekordhalter auf der European Tour. 2010 veröffentlichten beide im BLV Buchverlag „Mit dem Zweiten kann‘s jeder!“ Es ist ein Dialog zwischen Amateur- und Profi-Golfer über 18 Themen rund um das Spiel. Dier las weniger, vielmehr plauderte er amüsant über verschiedene Dinge wie das „Bescheißen“. Dies komme angeblich sehr selten vor. „Die meisten Tourspieler sind extrem fair, es gibt wohl wenige Sportarten, wo sich Spieler so oft selbst beim Schiedsrichter anzeigen“, erklärte er, aber natürlich gebe es auch Ausnahmen, die Dier selbstverständlich kennt.

Die Zuhörer lachten auch über seltsame Persönlichkeitswandlungen eines US-amerikanischen Tourspielers, bei dem das Lächeln nur angeschaltet war, sobald sich eine Kamera auf ihn richtete, der aber ansonsten „nicht teamfähig, nicht einmal menschenfähig“ sein soll.

Auf eine längere Frage von Andreas Schwarz, dem ehemaligen Jugendwart des Golfclubs zur Jugendarbeit, antwortete Dier sehr ausführlich und ziemlich vernichtend über die Jugendförderung beim Golf in Deutschland: „Wer aus Deutschland international oben beim Golfsport mitspielt, ist nicht wegen, sondern trotz der Förderung dorthin gekommen.“

Tobias Dier, Thomas Richter: „Mit dem Zweiten kann‘s jeder!“; 80 Seiten, 16,95 Euro.

Bent Ohle: „Lakeballs. Ein Golf-Krimi“, 192 Seiten, 14,95 Euro.

von Manfred Schubert

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