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Schräge Show mit viel Musik

Waggonhalle Schräge Show mit viel Musik

Bei der Comedy-Gruppe „Kindskoeppe“ ist der Name Programm: Am Donnerstag blödelte sich das Duo nach Lust und Laune durch die Waggonhalle.

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Die „Kindskoeppe“ stimmten auf das Sommervarieté ein, das am Freitag in der Waggonhalle beginnt.Foto: Bettina Preussner

Marburg. Obwohl nur wenige Zuschauer in die Waggonhalle gekommen waren, tat das der Stimmung keinen Abbruch. Der Kabarettist Felix Gaudo ergriff die Gelegenheit beim Schopfe und begrüßte jeden einzelnen Zuschauer mit Handschlag. Gleich darauf kündigte er eine Mitmachnummer an, woraufhin alle eilig die Köpfe einzogen. Eine junge Frau erwischte es dann, und die machte gute Miene zum bösen Spiel. Geduldig ließ sie eine ziemlich witzige Zaubertrick-Nummer über sich ergehen, in der Klopapier eine Hauptrolle spielte.

Weiter ging es mit einer „gruppendynamischen Entspannungsübung“ und einem englischen Ohrwurm, der für viel Heiterkeit sorgte. Überhaupt war Musik ein wichtiges Element in der Show des Comedy-Duos. Dirk Scheffel wurde als „der schnellste Xylophonist der Welt“ angekündigt, und tatsächlich legte er beim Spielen ein aberwitziges Tempo vor.

Natürlich machte er ein großes Getue um seinen Auftritt, alberte herum und erzählte nebenbei Kalauer („In welcher Farbe läuft ein Schlumpf an, wenn man ihn würgt?“). Aber man musste sein Spiel auf dem ungewöhnlichen Instrument wirklich bewundern. Nachdem er wie wild auf dem Xylophon herum gehämmert hatte und etliche Evergreens gekonnt zum Besten gab, stand er mit hängender Zunge „völlig fertig“ da.

Etwas antiquiert wirkte dagegen die Nummer von Felix Gaudo als Heintje. In einem Kasperle-Theater ließ er den jugendlichen „Schlager-Fuzzi“ wieder auferstehen, eine Parodie mit viel Technik drumherum, die nur vom Mienenspiel her ganz lustig war.

Ansonsten überzeugte das Duo durchweg mit guten Gags, schrägen Pointen und viel schauspielerischem und musikalischem Talent. Besonders toll war Felix Gaudos Bericht von seiner Arbeit als Clown-Doktor. Er erzählte, dass er in verschiedenen Kliniken als Clown unterwegs ist und vor allem vor kranken Kindern auftritt. Die rote Clownsnase empfahl er aber auch dem Publikum als „emotionalen Airbag“ im Alltag. „Stellen Sie sich einen Streit mit Ihrem Schatzi vor, bei dem Sie plötzlich eine rote Clownsnase aufsetzen“, witzelte er. „Oder einer drängelt sich an der Supermarktkasse vor, und Sie ziehen plötzlich eine Pappnase aus der Tasche. Das entspannt!“

von Bettina Preussner

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