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Schottischer Folk aus 300 Jahren

Emily Smith im KFZ Schottischer Folk aus 300 Jahren

Der „FolkClub“ aus Marburg brachte mit Emily Smith den „New Scottish Sound“ ins KFZ. Gemeinsam mit ihrem Mann Jamie McClennan spielt die schöne Schottin traditionellen Folk aus ihrem Heimatland.

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Emily Smith hat sich der Tradition und der Musik ihrer schottischen Heimat verschrieben. An der Fiedel begleitet wurde sie im KFZ von ihrem Mann Jamie McClennan.

Quelle: Maik Dessauer

Marburg. Als die Glocke ertönt, die den Beginn des Konzerts signalisiert, herrscht im Konzertsaal des KFZ erwartungsvolle Stille. Jedes Rascheln, jedes Flaschenklirren ist zu hören.

Die Stille wird durchbrochen von der glasklaren Stimme von Emily Smith, die gemeinsam mit ihrem Ehemann John McClennan die Bühne betreten hat und ohne Umschweife in die ersten Lieder des Abends startet.

Nach und nach gesellen sich Gitarre, Akkordeon, Klavier und der dezente Hintergrundgesang McClennans hinzu. Gefesselt lauschen die knapp 100 Zuhörer im gut besuchten KFZ den Liedern der schönen und sympathischen Schottin.

Lieder auch aus Australien und Neuseeland

Smith hat in ihrer dreizehnjährigen Karriere so ziemlich jeden Preis und Wettbewerb gewonnen, den es in der englischsprachigen Folklandschaft zu gewinnen gibt. Mit ihrer Präsenz und ihrer Stimme könnte sie vermutlich auch große Arenen füllen. Doch Smith hat sich voll und ganz der Tradition und Musik ihres Heimatlandes verschrieben.

Das über 20 Lieder umfassende Repertoire an diesem Abend beinhaltet aber auch American-Oldtime-Stücke, Unplugged-Pop, Bluegrass sowie australische und neuseeländische Lieder. Im Mittelpunkt steht bei alldem natürlich trotzdem der traditionelle schottische Folksound der letzten 300 Jahre, darunter auch Lieder mit Texten des berühmten Bauerndichters Robert Burns.

Nach der zweiten Nummer des Abends richtet die zierliche Schottin zum ersten Mal das Wort an die Gäste: „Guten Abend. Wie geht’s?“, begrüßt sie in beinahe akzentfreiem Deutsch das applaudierende Publikum.

Für die Scherze ist eher der Gatte zuständig

Es folgen ein paar weitere Worte auf Deutsch, wie „Liebe“ und „Brüder“, mit deren Hilfe Smith die Geschichte des nachfolgenden Songs erklärt. Doch gibt sie schnell das Motto des Abends vor: „Ihr seid hier für die Musik!“

So übt sich vor allem die Sängerin fortan in zurückhaltender Eleganz und beschränkt sich auf ihre Kernkompetenzen: Akkordeon- und Klavierspiel sowie ihren nuancierten Gesang. Für die humoristischen Zwischeneinlagen ist in der Folge ihr Ehemann McClennan zuständig, der mit seinem jungenhaften Charme und sympathischen Grinsen einige Anekdoten über Tour- und Musikeralltag sowie ein entlaufenes Wallaby zum Besten gibt, bevor er wieder zu Fiedel oder Gitarre greift.

Ab und an gibt Smith dann immerhin noch die Refrainzeilen des nachfolgenden Liedes vor, damit das Publikum mitsingen kann. Und nach 120 Minuten und zwei Zugaben ist das hochklassige Konzert vorbei.

von Maik Dessauer

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