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Schöner morden - mit Musik und Jodeln

Bayernkrimi in Marburg Schöner morden - mit Musik und Jodeln

Seine Bayernkrimis stürmen die Bestseller-Charts und sein neues Buch steht schon auf Platz 13 der Spiegel-Bestenliste. Am Freitagabend las Jörg Maurer aus seinem jüngsten Krimi „Unterholz“.

Marburg. Es war keine trockene Lesung, sondern eine ganze Musikkabarett-Show, die Jörg Maurer bei Neusehland in der Wettergasse präsentierte. Er sang und spielte Klavier, er blödelte und jodelte, erzählte Geschichten und begeisterte die Zuschauer mit seinem schwarzen Humor. Er komme aus Südbayern, erklärte der Autor, und gab gleich ein paar skurrile Wilderer-Geschichten zum Besten. Man merkte gleich: Dem Mann sitzt der Schalk im Nacken, sein Humor ist hintergründig und doppelbödig, nichts meint er so, wie er es sagt.

Das Alpenländische ist Maurers Welt, aber er schaut mit ironischem Blick auf diese Welt. In den Alpen spielt auch sein neues Buch „Unterholz“. Auf der abgelegenen Wolzmüller-Alm geschieht ein Mord. Eine Leiche ohne Gesicht wird gefunden, und schon schießen die Spekulationen ins Kraut. Kommissar Jennerwein und sein Team nehmen die Ermittlungen auf, aber niemand will etwas gesehen haben. Schließlich findet das Team heraus, dass die Tote eine kaltblütige Auftragsmörderin war. Doch wer hat es fertig gebracht, sie umzubringen? Höchst unterhaltsam stellte Maurer seinen jüngsten Krimi vor. Die ersten Sätze in einem Buch seien überaus wichtig, erklärte er, und präsentierte gleich drei Versionen davon: als stilvolle Grantelei, als schaurige Kurzgeschichte und als bayerisches G‘stanzl mit Jodeleinlage und viel Juchhe. Auch Maurers Ausflüge in die klassische Musik waren sehr witzig: So spielte er auf dem Klavier den Trauermarsch von Chopin mit Mozart als „Aufheller“, damit es nicht zu gruselig wird, und die Melodie von Pink Panther als Fuge von Bach.

Im Gespräch mit Thomas Kupka von Neusehland gab der Schriftsteller auch Einblicke in sein künstlerisches Schaffen. „Ich habe versucht, ernste Krimis zu schreiben“, sagte er. „Aber für mich muss immer eine Portion Satire drin sein.“ Die Figuren aus seinen Romanen seien reine Erfindung, erzählte er weiter, ebenso die Namen der Orte und Landschaften.

„Es haben aber schon Leser versucht, Berge und Almen aus meinen Büchern zu finden“, sagt der Erfolgsautor.

von Bettina Preussner

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