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Schönberg trifft Sci-Fi-Monolog

Landestheater: „See you on the other side“ Schönberg trifft Sci-Fi-Monolog

Mit „See you on the other side“ präsentiert das Hessische Landestheater am Donnerstagabend ab 19.30 Uhr in der Black Box im Theater am Schwanhof Koproduktion zwischen den „KunstFestSpielen“ Herrenhausen (Hannover) und dem Marburger Theater.

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Der Schauspieler Christian Wittmann steht mit dem Daphnis-Quartett auf der Bühne des Landestheaters.

Quelle: Veranstalter

Marburg. Matthias Mohr, im vergangenen Jahr Dramaturg am Landestheater, hat das Musikstück, das im Sommer in Herrenhausen seine Uraufführung hatte, inszeniert. In Marburg ist bislang nur eine einzige Vorstellung geplant.

In „See you on the other side“ lässt Matthias Mohr nun Motive aus dem Roman „Morels Erfindung“ des Argentiniers Adolfo Bioy Casares auf Arnold Schönbergs Zweites Streichquartett treffen. Es spielen das Daphnis-Quartett und der Schauspieler Christian Wittmann. „See you on the other side“ sei Musiktheater und mediale Skulptur zugleich: ein Stück über Virtualität und die Sehnsucht nach unauslöschlichen Bildern unserer selbst.

Surrealen ­Inselwelt erinnert an US-Serie „Lost“

Letzteres ist Thema des Romans aus dem Jahr 1940. „Morels Erfindung“ ist ein frühes Stück Medienphilosophie und zugleich fantastische Science-Fiction-Literatur über eine Maschine, die perfekte Abbilder der Menschen, ihrer Handlungen und Unterhaltungen liefert. Der einziger Schönheitsfehler ist, dass die so Fotografierten kurz nach der Aufnahme sterben, die Maschine aber weiterläuft.

„In Hannover gelang, am Applaus gemessen, das Experiment. Für den Marburger Herbst ist ,See you on the other side‘ ein heißer Geheimtipp“, schrieb OP-Redakteur Carsten­ Beckmann über die ­Uraufführung bei den renommierten „KunstFestSpielen“. Aber Achtung: „Wer sich gänzlich unvorbereitet in das Abenteuer ,see you on the other side‘ stürzt, muss entweder ein Assoziations-Genie sein – oder wird kläglich scheitern. Wer indes zumindest den groben Rahmen von Casares‘ fantastischem Roman kennt, wer zudem vielleicht noch ein paar Folgen der US-Serie ,Lost‘ im Hinterkopf abgespeichert hat, findet sich in der surrealen ­Inselwelt des Erzählers hinreichend zurecht.“

Gleichwohl fällt die Einordnung schwer: „Kammerkonzert mit Rahmenhandlung? Dramatischer Monolog mit Soundtrack?“, fragte Beckmann, um festzuhalten. Irgendwie beides: hinreißende musikalische Intensität trifft auf „die existenziellen Erfahrungen des seiner Existenz beraubten Menschen“. Ein Theaterabenteuer, das vielleicht nur ein einziges Mal in Marburg zu sehen ist.

 
 
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