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Schnelle Freundschaft durch Musik

Besuch aus Leipzig Schnelle Freundschaft durch Musik

Genau 43 junge Musiker trafen beim Besuch der Leipziger „Querstreicher“ und der Marburger „Schwanstreicher“ aufeinander. Die Leidenschaft zur Musik hat bei vielen auch zu Freundschaften geführt.

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Vor dem Konzert im Landschulheim Steinmühle stellten sich einige Schüler aus Leipzig und Marburg für ein Gruppenfoto auf.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. „Seien Sie stolz auf Ihre Kinder – was die hier leisten ist großartig“, ruft der Leipziger Orchesterleiter Ulrich Schliephake nach dem Konzert im Landschulheim Steinmühle ins Publikum. Hinter den Kindern liegen da schon zwei Tage intensive Probenarbeit. Die Musikschule Marburg und die Leipziger Musikschule mit dem großen Namen „Johann Sebastian Bach“ hatten einen Austausch vereinbart.

„Es war schon viel“, erzählt der neunjährige Lennard aus Marburg. Vor dem Konzert sei er angespannt gewesen, nicht falsch zu spielen. Das sieht die neunjährige Amy Marie aus Leipzig entspannter: „Wenn man im Orchester spielt und Fehler macht, hört es keiner.“ Sie spielt bereits seit ihrem vierten Lebensjahr Geige. Sie wollte auch wie ihre Mutter ein Instrument spielen und die Geige habe ihr am besten gefallen, erzählt sie. „Ganz klein“ sei ihre erste Geige gewesen. Bei der gleichaltrigen Pauline, bei der Amy Marie in Marburg übernachtet hat, hatte hingegen ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt das Interesse für die Geige geweckt.

Spielen nur aus Spaß – nicht als Profi

Lennard aus Marburg kam über ein Instrumentenkarussell zur Geige, die er allerdings „etwas zu quietschig“ fand und schließlich die Bratsche für sich entdeckte. Damit ist er beim Probewochenende das einzige Kind, das dieses Instrument spielt. Die meisten Kinder spielen Geige, einige auch Cello wie der neunjährige Peter aus Leipzig, der bei Lennard übernachtet. Seit vier Jahren spielt er schon und übt jeden Tag – außer er habe viel vor, erzählt er.

Auch die anderen üben täglich. Lennard versuche jeden Tag eine halbe Stunde zu üben. „Ich muss jeden Tag üben“, meint Amy Marie. „Wenn man mit einem Stück anfängt, ist es schwierig, mittendrin macht es dann Spaß und am Ende ist es dann langweilig.“ Auch wenn alle viel Spaß am Musizieren haben, kann sich aber keines der Kinder vorstellen, mal Profi-Musiker zu werden. „Davon hab ich früher geträumt, als ich noch keine Geige gespielt hab“, lacht Pauline.

Der Besuch der Leipziger in Marburg war für alle ganz spannend. Er sei vorher aufgeregt gewesen und habe sich mit Lennard E-Mails geschrieben, berichtet Peter. Amy erzählt, dass sie alle von den Marburger Musikschülern Postkarten zu Weihnachten bekommen hätten. Für sie sei es sehr spannend, außerhalb der gewohnten Umgebung zu spielen und neue Dinge zu entdecken.

Marburger fahren im Mai auf Gegenbesuch

Das spannende Gefühl bestätigen alle Leipziger Musikschüler, die auch ein bisschen neidisch auf die Marburger „Schwanstreicher“ blicken, weil dort ein Klavier und ein Schlagzeug das Orchester unterstützen.  Der Abschied am Sonntag ist herzlich, einige weinen sogar. Aber bald sehen sich die Kinder wieder. Ende Mai geht es für die „Schwanstreicher“ mit ihrer Leiterin Diane Metzing zum Gegenbesuch nach Leipzig. Dort werden sie wieder gemeinsam mit den „Querstreichern“ auftreten und zwar im Mendelssohn-Saal des Leipziger Gewandhauses im Rahmen des Musikschul-Tages dort. Auf den Besuch freuen sich schon alle.

„Es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir nach Marburg kommen“, betonte Leipzigs Orchesterleiter Schliephake bei einem Empfang durch Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach im Marburger Rathaus. „Alles war phantastisch organisiert und die Latte für uns hängt jetzt unglaublich hoch.“ Wir hoffen, dass es den Marburgern dann so gut gefällt, wie es uns gefallen hat.“

von Mareike Bader

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