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Schlamm in Zeitlupe

Wacken 3D im Kino Schlamm in Zeitlupe

Kommende Woche geht das Wacken-Open-Air zum 25. Mal über die Bühne: die 75.000 Karten waren nach 44 Stunden weg. Wer kein Ticket hat, kann sich den Heavy-Metal-Wahnsinn nun im Kino ansehen.

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Auch das ist Wacken: Metalfans nehmen in Bermuda-Shorts im Wacken-Bad eine kleine Auszeit vom „headbangen“.

Quelle: Swillus/ICS Festival Service/NFP

Marburg. Eben noch kommt Schockrocker Alice Cooper direkt auf einen zu, schon kann man sich selbst wie ein Rockstar fühlen. Man steht auf der Bühne vor den Fanmassen und sieht den Wahnsinn in Zeitlupe. Man blickt in die ersten Reihen, die sich hinter der Absperrung drängeln, Arme recken sich einem entgegen. „Wacken 3D“ bringt das größte Heavy-Metal-Festival der Welt auf die Leinwand, und nimmt die Zuschauer dreidimensional mit auf die Bühne, hinter die Kulissen und auf die W:O:A-Wiese. Mittendrin in Wacken - ohne live dabei zu sein, aber auch ohne selbst im Schlamm zu versinken.

Musiker wie Alice Cooper, Deep Purple, Motörhead und Rammstein rockten im Sommer 2013 das Festival, als die Dokumentation in dem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein entstand. 75 000 Zuschauer kamen an vier Tagen auf das 300 Fußballfelder große Gelände. Einfach nur dabei sein und headbangen wollen viele Fans, die aus verschiedensten Ländern anreisen. Für Cielu Wang aus Taiwan ist es das dritte Wacken-Open-Air. Ihrer Mutter erzähle sie, sie sei auf Geschäftsreise, sagt die junge Frau im Film - wenigstens der Rollkoffer, den sie über die Wiese zieht, passt dazu.

Musikfilmregisseur Norbert Heitker lässt Bands und Fans zu Wort kommen, zeigt spektakuläre Konzertbilder - mal aus der Perspektive der Stars, mal aus der des Publikums. W:O:A-Anhänger dürften beim Sehen in Erinnerungen schwelgen. Wacken-Neulinge lassen die 3D-Bilder im Kinosessel einmal in diese andere Welt eintauchen. Im Leinwand-“Holy-Wacken-Land“ sieht dann sogar der Schlamm, wenn er tröpfchenweise und in Zeitlupe durch den Kinosaal schwebt, nicht weniger poetisch aus als die Seifenblasen und Ballons beim Alice-Cooper-Auftritt.

Ohnehin liefert der Film nicht 90 Minuten Schwermetall-Dröhnung. Es gibt Sonnenaufgänge und Vogelgezwitscher, aus Zelten und Autos kriechende mehr oder weniger verkaterte Besucher und zwischen „Smoke On The Water“ von Deep Purple, Rammsteins „Du hast“ und Alice Coopers „School‘s Out“ viele Interviews. Das Familienfest, als das es die Macher und Besucher bei allem Erfolg noch immer sehen, wird begreifbar.

Als „Verbeugung“ vor dem W:O:A sieht Produzent Thomas Erhart den Film. „Ich habe mich gewundert, dass man in 90 Minuten komprimiert so viele Facetten zeigen kann“, sagt Thomas Jensen, neben Holger Hübner einer der Festivalgründer, im Interview. „Alles kann man nicht zeigen“, meint er, „trotzdem habe ich das Gefühl, es fehlt gar nichts.“

von Dorit Koch

Stimmen von Besuchern der OP-Vorpremiere

„Für alle, die nicht hinfahren können – anschauen.“ Joachim Sayn (30) aus Gießen

„Wacköööööön! Ein Muss für alle Metal-Heads.“ Angela Stürmer (31) aus Gießen

„Mörder-Ober-Affen-Super-Klasse. Macht Lust auf Wacken.“ Friederike Rauch aus Weimar

„Super, wie im richtigen Metaller-Leben. Da muss man auch hin.“ Doris Hütz (51) aus Kirchhain

„Wacken, so wie es ist und war...“ Helmut Hütz (56) aus Kirchhain

„Großartiger Film mit gutem Fokus auf die Fans und die Musiker – abseits von Party- und Saufgelageklischees.“ Volker Klass (29) aus Marburg

„Der Film hat sehr schön die Stimmung des Festivals eingefangen, hätte aber gerne mehr Hintergrundinformationen liefern dürfen. Jedenfalls eine tolle Einstimmung auf die kommende Woche. Wackööööön!“ Rüdiger Ellinghaus aus Marburg

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