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Scharfer Kontrast: von lustig bis unerträglich

OP-Kinderbuchtipps Scharfer Kontrast: von lustig bis unerträglich

Diesmal stellen wir Ihnen diese Kinder- und Jugendbücher vor: „Poppy Pym und der gestohlene Rubin“ von Laura Wood, „Mein Leben voller Fragezeichen“ von Jessica Brody sowie Fedor de Beer: „Das Buch der 1269 Wünsche“. Letzteres beschreibt schonungslos das Leid unschuldiger Opfer des NS-Regimes.

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„Poppy Pym und der gestohlene Rubin“, „Mein Leben voller Fragezeichen“ und „Das Buch der 1269 Wünsche“.

Quelle: Schneiderbuch, Boje-Verlag, dtv junior

Poppy ist ein
 wahrer Wirbelwind

Was passiert, wenn eine Kinderbuchhändlerin selbst zum Stift greift be­ziehungsweise in die Tasten haut? Nun, als Frau vom Fach weiß Laura Wood sehr wohl, was bei jungen Lesern ankommt. Garniert mit einem gehörigen Schuss eigener Fantasie kommt dann ein tolles Buch raus.

Im Fall von „Poppy Pym“ insbesondere eins für Mädchen, die es ein bisschen verrückt, aufregend, zauberhaft, spannend und lustig mögen. Poppy ist ein wahrer Wirbelwind, schließlich wurde sie nicht geboren, sondern im Zirkus aus dem Hut gezaubert.

Nach zwölf Jahren scheint es mit ihrer supertollen Zirkuswelt-Kindheit vorbei zu sein. Denn sie wird auf ein Internat geschickt, um nun für das echte Leben zu lernen. Doch bei Poppy läuft nichts wirklich normal. Und so schliddert sie mit ihren neuen Freunden Ingrid und Kip unversehens in ein cooles Abenteuer um einen verschwundenen Rubin. Ein schöner Spaß für Kids ab zehn Jahren.

  • Laura Wood: „Poppy Pym und der gestohlene Rubin“, Schneiderbuch, gebunden, 310 Seiten, 12,99 Euro.
 

Wenn nur andere für dich entscheiden

Brooklyn ist ein 15-jähriges Mädchen auf der Suche nach ihrem Ich. Weil sie glaubt, nichts alleine machen zu können, lässt Brooklyn regelmäßig ihr Blog-Leserschaft über ihre Entscheidungen abstimmen. Dann kommt doch der Tag, an dem sie sich über eine Entscheidung ihrer virtuellen Freunde hinwegsetzt, was sie hinterher wieder nur als einen fatalen Fehler begreift.

Erst als sie die Frage aller Fragen stellt, die plötzlich 22 980 Kommentare nach sich zieht, beginnt sie endlich, differenziert über ihr Leben und ihre Wünsche nachzudenken. Jessica Brody gelingt es vortrefflich, den Nerv der heutigen Jugend zu treffen, 
ohne zu moralisieren.

  • Jessica Brody: „Mein Leben voller Fragezeichen“, Boje-Verlag, gebunden, 348 Seiten, 12,99 Euro.
 

Ein Medaillon
gegen das Vergessen

Das hätte die 13-jährige Marit nicht gedacht, was es mit dem Medaillon auf sich hat, das sie von ihrer tödlich verunglückten Oma geerbt hat. Schon bald gerät sie auf die Spur von 1269 ungelebten Wünschen von Kindern, die 1943 von den Nazis umgebracht wurden. Keine Frage, die Geschichte des niederländischen Autors Fedor de Beer geht mächtig unter die Haut, nicht zuletzt, weil sie auf historischen Tatsachen basiert.

In ihrer schonungslosen Offenheit zeigt sie auf, wie wichtig es ist, diese vielen unschuldigen Opfer des NS-Regimes nicht zu vergessen. Auch wenn, oder besser, gerade weil es mitunter in den Schilderungen auf der zweiten Erzählebene, die 1943 spielt, schier unerträglich wird, verfehlt dieses Buch keinesfalls sein Anliegen. Für Kinder ab 13 Jahren.

  • Fedor de Beer: „Das Buch der 1269 Wünsche“, dtv Junior, gebunden, 182 Seiten, 12,95 Euro.

von Götz Schaub

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