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Scharfe Kritik am „Hurenhaus“ Deutschland

Marburger Verlag veröffentlicht Buch einer Ex-Prostituierten Scharfe Kritik am „Hurenhaus“ Deutschland

„Die Wahrheit über ­Prostitution“ verspricht Rachel Moran in ihrem Buch „Was vom Menschen übrig bleibt“. Sie weiß, wovon sie spricht.

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Eine Prostituierte wartet auf Kunden. Alltag in Deutschland. Der Marburger Tectum-Verlag hat die deutschen Rechte an dem Bestseller der Ex-Prostituierten Rachel Moran erworben.

Quelle: Malte Christians

Marburg. Viel zu lasch ist nach Ansicht der Irin Rachel Moran das deutsche Prostitutionsgesetz von Rot-Grün aus dem Jahr 2002. Das Wort „Sexarbeiterin“ lehnt sie rigoros ab. Es sei verharmlosend.

Der Gesetzgeber müsse jede Form von Menschenhandel und Zuhälterei strenger bestrafen. In „Bild“-Online sagte sie: Deutschland sei „das Hurenhaus Europas“ geworden.

Rachel Moran kennt das Geschäft, über das sie schreibt, aus eigener Erfahrung: Ihr Vater hatte sich umgebracht, ihre Mutter war psychisch krank, mit ihren vier Geschwistern wuchs sie in bitterer Armut auf. Mit 15 glitt sie ab in die Prostitution. Sieben Jahre lang prostituierte sie sich, und sie hat es überlebt, wie sie sagt.

Kampf gegen die Sexbranche

Sie befreite sich, studierte Journalismus und bekämpft heute die Sexbranche. Die „freiwillige und selbstbestimmte Prostitution“, von der auch das deutsche Gesetz ausgeht, sei eine Mär, ein Hohn, sagte sie in Interviews.
In Irland war ihr Buch ein Bestseller.

„Die Übersetzerin Maria Heydel ist auf uns zugekommen, und sagte: Hier ist ein tolles Buch. Das müsst ihr machen“, erklärt Heinz-Werner Kubitza, Inhaber des kleinen Marburger Wissenschaftsverlags Tectum.

Das Buch ist gerade erschienen und schon in vielen Medien Thema: Emma sowie die Internetplattformen der Huffington Post und der „Bild“-Zeitung haben über das bisweilen drastisch formulierte Buch berichtet.

Der Marburger Tectum-Verlag hat reagiert und die Startauflage von 2 000 Exemplaren bereits auf 10 000 erhöht. Vielleicht gelingt dem Verlag ein ähnlicher Überraschungserfolg wie mit dem Sachbuch „Der größte Raubzug der Geschichte“, der sich 100 000 Mal verkaufte.

  • Rachel Moran: „Was vom Menschen übrig bleibt“, Tectum-Verlag, 390 Seiten, 17,95 Euro.

von Uwe Badouin

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