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Sahnehäubchen mit Saxofonen

"Alliage Quintett" Sahnehäubchen mit Saxofonen

Ein Quintett mit ungewöhnlicher Besetzung hat beim Jahresabschlusskonzert der Eckelshausener Musiktage für Überraschungen gesorgt.

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Fulminant spielt das „Alliage Quintett“ mit (von links) Sebastian Pottmeier, Asya Fateyeva, Eva Barthas, Ensemble-Leiter Daniel Gauthier sowie Pianistin Jang Eun Bae im voll besetzten Biedenkopfer Rathaus zum Jahresausklang auf.

Quelle: Sophie Cyriax

Biedenkopf. „Wir wollen Sie begeistern!“ - mit diesen Worten hatte Katharina Zürcher die Besucher des Konzerts zum Jahresausklang auf das „Alliage Quintett“ eingestimmt. Die „Bravo!“-Rufe und der enthusiastische Applaus im voll besetzten Saal des Biedenkopfer Rathauses zwei Stunden später zeigten, dass ihre Absicht auf das Beste aufgegangen war.

Mit dem „Alliage Quintett“ hatten die Organisatoren vom Verein der Eckelshausener Musiktage einmal mehr ein echtes Schmankerl für das letzte Konzert des Jahres nach Biedenkopf geholt. Vier Saxofone plus Klavier - diese Besetzung ist ebenso ungewöhnlich wie charmant. Ein „chamäleonhaftes Instrument“ würden die Besucher in Biedenkopf am heutigen Abend erleben, kündigte Ensemblemitglied Sebastian Pottmeier (Bariton Saxofon) an. „Wir sind selbst immer wieder erstaunt, welche Klangfülle es ermöglicht“.

Inspiration in Paris geholt

Tatsächlich verblüffte „Alliage“ unter anderem bei George Gershwins Rhapsodie „Ein Amerikaner in Paris“, die für ein großes Orchester komponiert wurde und auch in der Quintettbesetzung ihren vollen Zauber entfalten konnte.

„Dancing Paris“ hatten die Musiker ihr Programm für den vorletzten Tag des Jahres in Biedenkopf überschrieben. „Wir widmen uns der Metropole, die bis heute die Künstler aller Gattungen anzieht und inspiriert“, erklärte der Gründer und Leiter des „Alliage Quintett“, Daniel Gauthier.

Der aus Kanada stammende Ausnahmemusiker, der seit 1997 als Professor für klassisches Saxofon an deutschen Hochschulen lehrt, führte ebenso kundig wie charmant durch den Abend und bezauberte mit seinen Mitspielern ein ums andere Mal: bei der virtuosen Ouvertüre zu Rossinis „Barbier von Sevilla“, der unvergleichlich zarten „Gymnopedie No. 1“ von Erik Satie oder dem elegischen Walzer aus der zweiten Jazz-Suite von Schostakowitsch.

Vier der besten Saxophonisten vereint

Das „Alliage Quintett“ vereint vier der derzeit besten Saxofonisten - von deren Können konnten sich die Besucher unter anderem bei Piazollas Tango-Suite „Die vier Jahreszeiten“ überzeugen. Eva Barthas (Altsaxofon) interpretierte einen wunderbar leichten „Frühling“, Asya Fateyeva (Tenorsaxofon) den melancholischen „Herbst“, Sebastian Pottmeier und Daniel Gauthier (Sopransaxofon) den virtuosen „Sommer“ sowie den herzzerreißend schönen „Winter“. Bei der höchst anspruchsvollen Rhapsodie über „Carmen“ von Georges Bizet bestach auch Pianistin Jang Eun Bae mit ihrem charaktervollen Spiel.

Damit ließ das restlos begeisterte Publikum das Quintett allerdings noch nicht ziehen: Als erste Zugabe gab es das fulminante „America“ aus Leonard Bernsteins „West Side Story“ und, nachdem alle Musiker ihre Noten gefunden hatten, noch einmal Gershwin: Mit „Summertime“ entließ das Ensemble seine Zuhörer in die klare Nacht des vorletzten Tages des Jahres. „Besser kann es doch gar nicht ausklingen“, sagte ein Stammgast aus Biedenkopf beim Hinausgehen, „das war mal wieder das Sahnehäubchen.“

  • Die Eckelshausener Musiktage starten am 14. Februar in die neue Saison mit der Marionettentheater-Adaption des „Don Giovanni“. Unter der Überschrift „Zeitwege“ führt dann das Kammermusik-Festival vom 16. bis zum 25. Mai „Aus dem Schatten zum Licht - mit Musik zur Zuversicht!“.

von Sophie Cyriax

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