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Sängerkreis mit toller Arbeit

Sängerbund Kurhessen Sängerkreis mit toller Arbeit

Auf anschauliche Art gab der Musiksachverständige Ernie Rhein aus Niedernhausen den heimischen Chören, die sich seinem Urteil stellten, wertvolle Tipps und Anregungen.

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Der Männerchor Langenstein unter Leitung von Christoph Hohl präsentierte „Spanische Nächte“ humorvoll aufgepeppt mit Showelementen.Fotos: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Sterzhausen. Wesentlich länger als erwartet dauerte das Kritiksingen des Sängerbunds Kurhessen im Haus am Wollenberg. Doch obwohl es fünf Stunden waren, bis alle 13 Chöre ihre je zwei Lieder vorgetragen hatten und der erstmals in unserer Region diese Aufgabe übernehmende Ernie Rhein aus Niedernhausen seine Bewertungen abgegeben hatte, war es eine durchaus unterhaltsame Veranstaltung. Sogar viele der etwa 100 Gäste hielten lange durch. Das lag an der erfrischenden Art Rheins, der unter anderem Bundeschorleiter der Hessischen Chorjugend ist. Von Beruf ist der bekennende Eintracht Frankfurt-Fan Studienrat für Musik sowie Politik und Wirtschaft am Gymnasium in Taunusstein.

Er blieb nach den Vorträgen und dem Ausfüllen der Wertungsbögen nie an seinem Platz sitzen, sondern begab sich mit einem Mikrofon zur Bühne, um dort die Chöre und ihre Leiter direkt anzusprechen, seine Tipps und Vorschläge oft auch in einer kleinen Übungseinheit mit den Sängerinnen und Sängern umzusetzen und sogar das Publikum darin einzubeziehen.

Das machte Spaß, klang nicht theorielastig, war für alle unmittelbar nachvollziehbar. So zeigte sich auch Klaus Fillsack, Bundeschorleiter des Sängerbunds Kurhessen, am Ende begeistert von der Art Rheins: „Ich habe noch nie so ein Wertungssingen erlebt, finde auch nicht schlimm, dass es schon 23 Uhr ist. Ich habe heut‘ viele Sänger lachend und fröhlich von der Bühne gehen gesehen, das war früher manchmal anders.“

Ernie Rhein hatte zuvor auch viele Komplimente verteilt. „Ich habe einen sehr vielfältigen Sängerkreis kennengelernt, in dem jüngere wie ältere Chorleiter tolle Arbeit leisten. Ich finde, den größten Gewinn zieht man bei so einer Veranstaltung, wenn man den anderen zuhört und versucht, dadurch weiterzukommen“, sagte er.

Um dies zu erleichtern, hatte der Juror zuvor bei jeder Chorformation immer zunächst deren Stärken hervorgehoben und ließ da seine internationalen Erfahrungen einfließen. „Ich war bei einem Chorwettbewerb in Barcelona, da gibt es die Kategorie Suggestion. Da steht der Chor auf der Bühne, hat noch keinen Ton gesungen und hat schon die ersten Punkte“, erläuterte er seinen Eindruck, den der Auftritt des Frauenchors Cölbe bei ihm hinterlassen hatte. „Sie stehen da und man nimmt ihnen ab, was sie singen.“ Auf gleichem Gebiet punktete auch der Gemischte Chor Kirchhain, der nett lächelnd von Anfang bis Ende gezeigt habe, dass er singe, weil er Freude daran habe.

Einer der wenigen Kritikpunkte, die der Juror ausmachte, lag an der dialektgefärbten Aussprache. „Wir sind hier in Hessen. Das ist zum einen sehr schön, bringt aber Probleme mit sich. Zum Beispiel schaffen es einige, in das Wort Mädchen ein sch hineinzuschmuggeln.“

Der Auftritt des Jugendchores Langenstein begeisterte Rhein so sehr, dass er zeitweilig vergessen habe, dass er einen Stift in der Hand halte. „So funktioniert chorische Nachwuchsarbeit“, fand er. Die Zustimmung des Jurors fanden auch der Mut des Männerchores Betziesdorf, sich mit zwei Erstaufführungen der Kritik zu stellen, sowie des Männerchores Cölbe, der als Letzter die schwersten Stücke präsentierte.

Klaus Fillsack richtete noch einen dringenden Appell an die Chöre. Da der Sängerbundvorsitzende Markus Welk zum Herbst sein Amt aufgebe, sollte man sich in den Vereinen Gedanken machen, wer die Arbeit im Sängerbundvorstand leisten wolle. Falls sich keine Nachfolger fänden, würde auch er das Amt des Bundeschorleiters nicht weiter ausüben.

n Am Kritiksingen nahmen weiter teil: Die Männerchöre Caldern, Michelbach/Sterzhausen, Emsdorf, Ebsdorf und Langenstein, der Frauenchor Chorage Großseelheim, der Gemischte Chor Chorgemeinschaft Großseelheim.

von Manfred Schubert

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