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„Sängerkreis mit großer Bandbreite“

Beratungssingen des Sängerbundes Kurhessen „Sängerkreis mit großer Bandbreite“

Viel Lob sowie eine Menge Tipps und Anregungen, wie man es noch besser machen kann, gab der Musiksachverständige ­Ernie Rhein aus Niedernhausen elf heimischen Chören beim Beratungssingen.

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Der Männerchor Niederwald sang unter der Leitung von Klaus Fillsack.

Quelle: Manfred Schubert

Bürgeln. „Ich habe gar nicht in die Noten geguckt, weil ich viel zu viel Spaß daran hatte, euch zuzuschauen und zuzuhören“, bekannte Ernie Rhein.

Das Lob bezog sich auf den Barbershop-Song „Little Liz“, den letzten der beiden „ganz wunderbaren Vorträge“ des Männerchors Niederwald unter Leitung von Klaus Fillsack. Auch „Das schwäbische Echo“ hätten die Sänger mit erkennbarer innerer Überzeugung und Kontakt zum Publikum dargeboten.

Die Präsentation war einer der Punkte, an dem zu arbeiten der Experte mehreren Chören nahelegte. „Ihr könnt das Lied, ihr schaut kaum in die Noten, lasst sie weg“, riet er mehrfach. Das freie Singen ermögliche die Verbindung zum Publikum und verbessere die Kommunikation im Chor untereinander, wodurch häufig schon so manche Probleme entfielen.

Tipp: Bewegung dem Lied anpassen

Bereits den Aufgang auf die Bühne solle man üben. „In Deutschland sieht das häufig ein wenig nach Volkstrauertag aus“, kritisierte er. In gleichem Schritt, die Schultern zurückgenommen und lächelnd könne man von Anfang an positive Stimmung vermitteln und das Publikum für sich einnehmen.

An der sängerischen Darbietung mancher Stücke hatte Rhein wenig auszusetzen, aber man solle auch daran denken, welchen Text man singt und den Inhalt transportieren. „Ihr steht zwei, drei Minuten lang kerzengerade da, obwohl es in dem Lied um Bewegung geht“, merkte er bei einem Männerchor an.

Wie es besser geht, zeigte der kleinste Chor an diesem Abend. Der zehnköpfige Frauenchor Chorage Großseelheim unter Leitung von Helene Moelo brachte das humorvolle Stück „Nette Begegnung“ von Oliver Gies in inszenierter Form auf die Bühne.

„Das war ein Hingucker, das holt die Leute sofort ab und zeigt, was für ein Stück kommt. Man muss mit Chor-Choreografie immer vorsichtig sein, dass das nicht aufgezwungen wirkt. Das trauen sich nur wenige Chöre bei uns. Das war toll, sehr schön“, freute sich Rhein. Zumal dieses Stück nicht so leicht sei und seine Tücken habe. Jederzeit sei spürbar gewesen, dass der Chor es mag.

280 Sänger nahmen teil

Besonders gut gefiel Rhein auch der Jugendchor Langenstein, weil dieser ein generationenübergreifender Chor mit Mitgliedern im Alter von etwa acht bis über 50 Jahren sei. Das Tote-Hosen-Stück „Tage wie diese“ habe der Chor sehr gut rübergebracht, obwohl der fünfstimmige Satz für so junge Kinder nicht leicht sei.

Am Ende des knapp vierstündigen Beratungssingens, an dem elf Chöre mit 280 Sängerinnen und Sängern in der Mehrzweckhalle teilnahmen, resümierte Rhein: „Der Sängerbund Kurhessen besitzt eine große Bandbreite und hat sich mit völlig unterschiedlichen Charakteren in den Stücken und Chören präsentiert. Es war sehr abwechslungsreich, einige singen sehr gesetzt, andere mit Choreografie, daraus ergibt sich ein bunter Strauß an Arbeitsfelder. Jeder Chor hat auf anderen Gebieten zu arbeiten.“

Klaus Fillsack, Bundeschorleiter des Sängerbundes Kurhessen, dankte Rhein. Er habe viele Anregungen und Tipps bekommen: „Eine positive Grundstimmung zu transportieren, mit lebendigen Interpretationen unser Publikum gewinnen, das ist unsere Aufgabe für die Zukunft.“

Am Beratungssingen nahmen weiter teil: Die Männerchöre Emsdorf, Betziesdorf, Cölbe und Langenstein, der Frauenchor Cölbe sowie die gemischten Chöre Glee Vocal Niederklein, Chorgemeinschaft Großseelheim und Gesangverein Bürgeln.

von Manfred Schubert

 
 
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