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Sänger sorgen für festliche Stimmung

Weihnachtsoratorium Sänger sorgen für festliche Stimmung

Bereits zum zehnten Mal nacheinander wurde das Weihnachtsoratorium in der Elisabethkirche aufgeführt. Doch von langweiliger Routine war auch an diesem Wochenende keine Spur.

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Die Kantorei der Elisabethkirche führte zum zehnten Mal das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach auf.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Es ist eine liebgewonnene Tradition der Kantorei der Elisabethkirche, am 2. Adventswochenende Bachs Weihnachtsoratorium aufzuführen. „Die Aufführung in Marburg ist wie ein Festtag für uns“, freute sich Milos Valent, Kapellmeister des Ensembles „Solamente Naturali“. Das Weihnachtsoratorium spielen sie jedes Jahr nur in Marburg, betonte Valent, der mit seinem Ensemble die Kantorei der Elisabethkirche seit Jahren musikalisch hervorragend unterstützt.

Der Aufführung der ersten drei Kantaten am Samstag war das fünfte Brandenburgische Konzert von Johann Sebastian Bach vorangestellt. Wunderschön musizierten hier Milos Valent an der Geige, Laura Colucci mit der Traversflöte und Stefan Rasch am Cembalo miteinander. Obwohl der Deckel des Cembalos nur halb geöffnet war, hatte es die Flötistin Colucci mit ihrer Traversflöte schwer, gegen die Lautstärke des Tasteninstruments anzukommen. Beim fünften der sechs Brandenburgischen Konzerte steht das Cembalo einfach im Mittelpunkt, das machten die vielen flinken Tonläufe ganz deutlich, die Rasch unermüdlich meisterte.

Mit Pauken und Trompeten erschallte anschließend der feierliche Eröffnungschor der ersten Kantate „Jauchzet, frohlocket“. Mit Stimmkraft erfüllten die rund 100 Sänger und Sängerinnen unter der Leitung von Bezirkskantor Nils Kuppe die Elisabethkirche.

Stimmungsvoll interpretiert

Routiniert und einfühlsam überzeugte der Chor mit ausgewogenem Klang und der Übermittlung der jeweiligen Stimmung. So verbreiteten sie großartig das Gefühl von Aufbruch und Hoffnung im ersten Choral der zweiten Kantate „Brich an, schönes Morgenlicht“.

Leider hörte man hier und da Lärm vom Weihnachtsmarkt vor der Elisabethkirche, besonders bei den kleinen Pausen zwischen den Kantaten. Dabei hatte sich Nils Kuppe im Vorfeld extra darum bemüht, dass vom Markt Rücksicht auf das Konzert genommen wird.

Mit dem Tenor Henning Kaiser als Evangelist, der Sopranistin Meike Leluschko und dem Bass Gregor Finke hatte der Bezirkskantor auch dieses Jahr wieder hervorragende Solisten gefunden. Und nach der Altistin Schrin Partowi letztes Jahr, trat dieses Jahr mit Michael Lieb wieder ein männlicher Altus auf, der mit seinem wunderbaren Timbre begeisterte.

Unterstüzung vom Kinderchor

Wie in den vergangenen Jahren wurde der Sopran der Kantorei vom Marburger Kinderchor unterstützt, bei dem etwa 40 Kinder mitsingen. „Es ist aufregend, mit dem ganzen Orchester aufzutreten und es macht sehr viel Spaß“, erzählte Jana Fichtner nach dem Konzert. Die Zehnjährige war am Wochenende zum dritten Mal beim Weihnachtsoratorium dabei und nutzte ihre Noten daher nur dann, wenn sie die Lieder noch nicht auswendig kannte. Bei der vierten Kantate hatten die Kinder wie auch in der zweiten sogar einen Solopart.

Wie jedes Jahr wurden also die ersten drei Kantaten von BachsWeihnachtsoratorium aufgeführt und das sogar mit zwei ausverkauften Konzerten. Am Sonntagabend wurden aber auch die Kantaten vier bis sechs aufgeführt, die ursprünglich in der Zeitzwischen Neujahr bis zum Dreikönigsfest aufgeführt wurden.

Das Publikum bedankte sich mit langem kräftigen Applaus, gekrönt von einzelnen stehenden Ovationen.

von Mareike Bader

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