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Sänger begeistern 600 Zuhörer

Sacred Concert in der Pfarrkirche Sänger begeistern 600 Zuhörer

Mit dem Jazzoratorium des amerikanischen Komponisten Duke Ellington wurde das Motto „Kulturelle Vielfalt Live“ des bundesweiten „Tages der Musik“ am Sonntag in der Marburger Pfarrkirche perfekt umgesetzt.

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Der Gospelchor „Joy of Life“ (oben) führte zusammen mit Musikern des „marburgjazzorchestra“ und der Musikschule Marburg unter der Leitung von Jean Kleeb Duke Ellingtons ‚Sacred Concert‘ auf.
Fotos: Florian Gaertner

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Im Alter von 66 Jahren begann der berühmte Jazzmusiker Duke Ellington, der als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts gilt, mit der Komposition seiner drei „Sacred Concerts“. Mit den drei geistlichen Werken schuf Ellington ein neues Genre, indem er Jazz mit der Chortradtion der europäischen Kirchenmusik verband.

Am Sonntag erklang erstmals in Marburg in der ausverkauften Pfarrkirche die Fassung von Chorleiter John Hoybye und Bigbandleiter Peder Pedersen, die 1993 die drei „Sacred Concerts“ zu einem Werk zusammenfassten.

Die einfache und fröhliche Sprache des Jazzoratoriums wurde von den Musikern und Sängern unter der Leitung von Jean Kleeb hervorragend umgesetzt. Schon der Spiritual „Freedom is coming“, mit dem der Chor singend in die Kirche einzog, stimmte das Publikum wunderbar auf das schwungvolle Konzert ein. Nach den beiden Jazz-Klassikern „Sophisticated Lady“ und „It Don’t Mean A Thing“ – letzteres im Arrangement von Trompeter German Marstatt – folgte das große Werk. Man sah den Beteiligten schnell an, dass sie viel Spaß bei der Aufführung hatten.

Die Musik ging einfach ins Blut – und so wippten nicht nur viele im Publikum zu den Rhythmen, auch viele Sänger und Chorleiter Jean Kleeb konnten nicht anders als sich zur Musik zu bewegen.

Stepptänzerin verdreht dem Publikum den Kopf

Die Kombination von Chor und Big Band, in dem Fall ein Jazzensemble aus Musikern des marburgjazzorchestra und der Musikschule, hört man nur sehr selten. Eigentlich schade, wenn man an das grandiose Konzert am Sonntag denkt.

Getoppt wurde diese musikalische Zusammenarbeit noch mit der Jazzsolistin Felicia Friedrich, die nicht nur beim wortlosen „T.G.T.T.“ (Too good to title) brillierte. Beim instrumentalen „The Shepherd“ erzeugte Trompeter German Marstatt in typischer Ellington-Art mit einem Dämpfer vokale Sounds und trat damit in den Dialog mit dem Rest der Band.

Ein besonderes Highlight war jedoch das Stück „David danced before the Lord“, der Tanz des Königs David. Hier sorgte die Schweizer Tänzerin Veronique Spiteri als Stepptänzerin für noch mehr Schwung. Auf einer erhöhten Bühne steppte sie voller Tanzfreude zu den mitreißenden Rhythmen des Jazzensembles. Das Publikum war hin und weg von der professionellen Musical-Darstellerin, die zuletzt in „Tanz der Vampire“ in Oberhausen oder „Rebecca“ in Stuttgart zu sehen war. Mit langem, kräftigem Applaus und Standing Ovations wurden die Musiker für ihr fantastisches Spiel mit feinem Sinn für Tempo und Rhythmik belohnt.

Nach einer Tanzeinlage von Veronique Spiteri und „Heaven“ aus dem „Second Sacred Concert“ als Zugabe, zogen die 60 Sänger und Sängerinnen des Gospelchores „Joy of Life“ der Kurhessischen Kantorei wieder mit „Freedom is coming“ aus der Kirche. Doch damit war das Konzert noch nicht vorbei. Im Spalier aufgestellt verabschiedeten die 60 Sänger und Sängerinnen, die immer noch weitersangen, das überwältigte Publikum am Ausgang.

Das „Sacred Concert“ wird am Samstag, 22. Juni, um 19.30 Uhr in der Lukaskirche in Reinhardshausen bei Bad Wildungen noch einmal aufgeführt.

von Mareike Bader

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