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Sabine Barth verabschiedet sich mit Musical

Kinderchor der Kurhessischen Kantorei Sabine Barth verabschiedet sich mit Musical

„Heute stehe ich mit einem weinenden Auge da, denn dies ist das letzte Mal, dass ich mit den Kindern ein Musical aufführe“, begrüßte die Kantorin Sabine Barth die Besucher am Sonntag in der Lutherischen Pfarrkirche.

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Das linke Bild zeigt den Kinderchor der Kurhessischen Kantorei bei der Aufführung des Musicals „Aglaia“, das rechte die scheidende Chorleiterin Sabine Barth.Fotos: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Zusammen mit den 19 Kindern des Kinderchores der Kurhessischen Kantorei führte sie das Kindermusical „Aglaia“ auf. Geschrieben wurde es von Andreas Hantke, den Barth aus ihrer Studienzeit kennt und der heute als Kantor in München arbeitet.

Mit viel Spaß und eingängigen Liedern erzählten die Kinder, die zwischen 6 und 13 Jahre alt sind, die Geschichte von der Prinzessin Aglaia (Paula Wieting) im Königreich Sonnenschein. Ohne die Musik ihres Hofkapellmeisters ist sie jedoch nur noch traurig, weswegen ihr Vater König Nepomuk (Mara Mensing) einen Sängerwettbewerb ausruft. Ausgerechnet der Troubadour Osianda (Miriam Frisch), der sich eigentlich nicht einmal angemeldet hatte, holt die Prinzessin mit einem ruhigen Lied aus ihrer Melancholie. Die ersten vier Bewerber konnten dagegen nicht überzeugen. Zu „progressiv“, zu „alternativ“, zu „meditativ“ und zu „primitiv“ lautete das Urteil der Jury. Diese komischen Fremdworte wurden für die Hofnarren (Liv Perle und Sina Trottmann) aber natürlich übersetzt und erklärt.

Irgendwann komme der Zeitpunkt, an dem man loslassen müsse, so Sabine Barth, der der Abschied trotzdem sichtlich schwerfiel. Vor 22 Jahren hatte sie nach der Gründung der Kurhessischen Kantorei „einfach mal angefangen was mit Kindern zu machen“, erzählte Barth. Sie habe viel mit den Kindern erlebt, insbesondere in den jährlichen Freizeiten, in denen auch an den Requisiten und Kostümen gearbeitet wurde, erinnerte sie sich. Besonders schön sei es stets gewesen, wenn die Kinder bei den Musicals vor Publikum ans Mikrophon getreten seien und so ein Selbstbewusstsein erlernt hätten, das ihnen später etwa bei einem Referat in der Schule noch weitergeholfen habe.

In den 22 Jahren waren auch ihre eigenen Kinder Teil des Chors, am Sonntag sang ihre älteste Enkeltochter mit.

Nun übergibt sie die Arbeit in die Hände des Bezirkskantors Nils Kuppe. Die offizielle Verabschiedung findet beim Erntedankgottesdienst im September statt.

von Mareike Bader

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