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Ruhiger Kontrast zum bunten Treiben

Canticum Antiquum sang im Fürstensaal Ruhiger Kontrast zum bunten Treiben

Wieder einmal drehte sich beim traditionellen Karnevalskonzert des Canticum Antiquums alles rund um die Liebe. Das Vokalensemble entführte das Publikum in die Welt der griechischen Mythologie.

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Die kostümierten Mitglieder des Vokalensembles Canticum Antiquum sangen im Fürstensaal 
alte, weltliche Musik.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Das traditionelle Karnevalskonzert des Vokalensembles Canticum Antiquum ist immer wieder ein schöner Kontrast zum lauten Karnevalstreiben auf den Straßen.

Mit vergleichsweise ruhigen Klängen entführten die 30 Sänger und Sängerinnen in aufwendigen Kostümen, passend zur Zeit des 14. bis 17. Jahrhunderts, das Publikum in die Welt der griechischen Mythologie. Es ging um Dionysos, Cupido, Amor, Venus und Bacchus. So basierte etwa „Einstmals Cupido lag“ von Johann Christoph Demantius auf Ovids Erzählungen über Cupido.

Durch das Konzert führte Sänger Klaas Hansen, der in die jeweils gewidmeten Themenabschnitte einführte. „Amor trifft immer – aber nicht immer richtig“, verkündete er etwa. In kurzen Abständen, fast Ton auf Ton, setzten die Laiensänger in das vierstimmige „Fuyons Tous D’Amour Le Jeu“ von Orlando di Lasso ein, das durch seine Geschwindigkeit das feurige Spiel Amors widerspiegelte. Unterstützt wurde Hansen von seinen Mitsängern und Mitsängerinnen, etwa mit der Darstellung des torkelnden Bacchus oder der Aufstellung von den jeweiligen Bildnissen.

Wieder einmal drehte sich beim traditionellen Karnevalskonzert des Canticum Antiquums alles rund um die Liebe. Das Vokalensemble entführte das Publikum in die Welt der griechischen Mythologie.

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Ergänzt wurden die Aufführenden durch Sänger Richard 
Doernbach am kleinen Orgel-Portativ sowie die Flötisten Silvia Fedler und Sebastian Kausch. Wobei Kausch neben den bekannten Sopran- und Bass­flöten auch noch Kontrabassflöte spielte, die im Aussehen und Klang einer Orgelpfeife ähnelte.

Zu Bacchus passten kräftige Trinklieder wie „Herbei, wer lustig sein will hier“ von Johann Hermann Schein. Lebhaft und fröhlich mischten sich die Stimmen, die von den Flötisten sehr ausgeschmückt begleitet wurden.

Das kam beim Publikum so gut an, dass die beiden ersten Strophen als Zugaben wiederholt wurden. Ruhiger gehalten waren dagegen die Instrumentalstücke­ aus dem „Glogauer Liederbuch“. Das zarte „Dona gentil“ von Heinrich Isaac wurde von den drei Musikern traumhaft interpretiert.

Immer wieder sangen die Sänger des Canticum Antiquums in kleinen Ensembles einige Werke. Beim rhythmischen „Baisés Moy“ von Adrian Willaert mit Instrumentalbegleitung war die imitatorisch versetzte Stimmführung aufgrund des tänzerischen Charakters nicht einfach umzusetzen. Doch die drei ­Solisten meisterten die Herausforderung wunderbar. Die ­meisten Lieder wurden jedoch a-cappella gesungen.

Wie in fast jedem Chor herrscht auch beim Canticum Antiquum ein Frauenüberschuss. Leiterin Brigitte Krey machte aus der Not eine Tugend und besetzte auch Frauen für die sogenannten „Tenorlieder“. Ob Männer- oder Frauenstimme war zweitrangig, da die „Tenorlieder“ den Text in den Mittelpunkt stellten und eher an spätere Rezitative erinnerten.

von Mareike Bader

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