Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Roman-Heldin Ella: „Musik ist wie Liebe, nur lauter“

Autorin Tonia S. Pöppler las erstmals öffentlich Roman-Heldin Ella: „Musik ist wie Liebe, nur lauter“

Wer A wie Buch veröffentlichen sagt, muss auch B wie ja zu Lesungen sagen. Die Marburger Autorin Tonia S. Pöppler hatte am Wochenende damit ihre Weltpremiere.

Voriger Artikel
Extremer „Stresstest“ für Bank-Filialleiter
Nächster Artikel
600 Zuhörer singen begeistert mit

Tonia S. Pöppler (links) glänzte als Triangel-Solistin, während Franziska Gruber las.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Goßfelden. „Musik an. Welt aus. Passt schon.“ Romanfigur Ella hat da leicht reden. Oder sagen wir: Autorin Tonia S. Pöppler leicht schreiben.

Wenn man seinen ersten Roman dann aber auf seiner ersten Lesung präsentiert, flattern einem die Nerven aber im Zweifel ordentlich. Passt schon? Puh. „Wir sind total nervös“, gestand Tonia S. Pöppler. Und bat: „Seid nachsichtig mit uns, es ist unser erstes Mal.“ 30 Gäste waren in die Bücherei nach Goßfelden gekommen – die Autorin hatte mit der Hälfte gerechnet. Wenn überhaupt.

Sozusagen noch druckfrisch ist ihr erster Roman „Liebe laut!“ auf dem Markt ( die OP berichtete bereits); die Geschichte von Ella, einem „fast durchschnittlichen Mädchen vom Dorf“. Und ihren Männergeschichten.

„Eigentlich wollte ich doch nur schreiben“, sagt Tonia S. Pöppler lachend. Aber wie das so ist mit den Geistern, die man ruft. Plötzlich sitzt man auf seiner eigenen Lesung und steht im Mittelpunkt, auch wenn man es gewohnt ist, sonst hinter Block und Kamera zu sitzen.

Tonia S. Pöppler arbeitet als Journalistin für Zeitung und Hörfunk. „Liebe laut!“ war ursprünglich gar nicht als Roman geplant, sondern ist aus Kurzgeschichten entstanden. Als dann die Zusage des Schwarzkopf-Verlages kam, war das Buch quasi erst halb fertig, aus 180 Seiten wurden doppelt so viele. Dass die Leser das Ergebnis entweder lieben oder sofort weglegen würden, war der Autorin klar, wie sie im Gespräch mit der OP schon verraten hatte.

„DJ üben wir noch mal“

Sprachlich gibt es in der Tat auf die Zwölf. Ella nimmt kein Blatt vor den Mund – also, Tonia vor die Finger – und wer mit Schilderungen von Hormonen, die Partyhütchen tragen, ein Problem hat, für den ist „Liebe laut!“ sicher nichts.

Wie der Titel verrät, geht es nicht nur um die Liebe, sondern auch um Musik. „Musik ist wie Liebe, nur lauter“, sagt Ella. „Es passte einfach“, erklärt die Autorin die Verknüpfung der beiden Themen. Jedem Kerl in Ellas Leben ist ein Kapitel gewidmet, wobei am Ende eine Mängelliste steht (Nr. 26: „Um zu sagen, wie jemand im Bett ist, muss man nicht zusammen im Bett gewesen sein“) und am Anfang ein Steckbrief samt musikalischer Vorlieben der „Akte Ex“.

Bei der Lesung hat Tonia S. Pöppler Franziska Gruber an ihrer Seite. Die verkörpert ihre 
Protagonisten, während Tonia Einwürfe und andere Personen liest. Und als DJ fungiert. Von Ellas ersten Versuchen auf der Blockflöte (eine Originalaufnahme!) bis hin zu den Soundtracks der Kapitel bekommt die Musik so den ihr gebührenden Auftritt. Triangel-Live-Solo inklusive. Auch wenn bei Technik und Timing bei der Premiere noch nicht alles glatt lief. „Bücher schreiben kannse, DJ üben wir noch mal“, kommentierte Franziska Gruber während der Lesung trocken.

Die beiden kennen sich seit zehn Jahren und Franzi habe ordentlich mitgefiebert bei der Entstehung des Romans. Wie viel Autobiographisches in Ella 
steckt, wie eine Zuhörerin am Schluss wissen wollte, das bleibt dann auch Tonias und Franzis Geheimnis.

„Es hat etwas Wahres und etwas Fiktives“. Und immerhin eine war während der Lesung komplett gelassen: Hündin Pepper. Die lag völlig unbeeindruckt im Körbchen. Frauchen zu Füßen. Dazu hätte es aber eines Romans und des dazugehörigen Rampenlichts gar nicht bedurft.

von Nadja Schwarzwäller

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr