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Rockiges "Gebräu" liefert geniale Show

The Brew im KFZ Rockiges "Gebräu" liefert geniale Show

Blues Rock - das klingt eher nach der ruhigen Kugel. Doch die schiebt diese Band aus England ganz bestimmt nicht.

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Ein seltener Anblick: Die Musiker von The Brew sind einmal nicht in Bewegung. Foto: Zimmermann

Marburg. Im Gegenteil: Gitarrist und Sänger Jason Barwick hüpft wie ein Springteufel über die Bühne, spielt sein Instrument in bester Hendrix-Manier auch schon mal hinter dem Kopf oder entlockt ihm mit ­einem Geigenbogen singende, pulsierende Töne.

Dazu bearbeitet Drummer Kurtis Smith sein auffallend großes Schlagzeug wie ein Berserker und Bassist Tim Smith - übrigens der Vater von Kurtis - wirft sich immer wieder gekonnt in Pose.

Kurzum: „The Brew“ ist eine echte Liveband. Mit jeder Faser ihres Körpers strahlen die drei aus dem Nordosten Englands stammenden Musiker ­pure Spielfreude aus.

Zu ihren Einflüssen zählt die Band die Blues-Rock-Truppe „The Black Keys“ und die Alternative-Metaller von „Rage Against The Machine“.

So vielfältig ist auch die Show der drei Engländer. Neben einigen ruhigen Songs und einem als „ein wenig Psychedelic” angekündigten, minutenlang vor sich hin wabernden Instrumentalstück gibt es Songs auf die Ohren, die häufig mehr nach Metal als nach Rock klingen.

Dazu verbreiten „The Brew“ auf der Bühne auch noch mit Anekdoten gute Stimmung. In Deutschland ist das Trio insgesamt schon mehr als vier Jahre auf Tour gewesen, 2009 sind sie sogar in der WDR-Sendung „Rockpalast“ aufgetreten.

Und dennoch - so erzählt es Barwick - könnten sie kein Wort Deutsch. Doch er korrigiert sich schnell und lässt Bandkollegen Kurtis Smith seine Deutschkenntnisse präsentieren. Zur Erheiterung des Publikums beschränken sich diese jedoch auf „Mein Hamster ist gestorben“, „Mein Bein tut weh“ sowie „Zwei Bier, bitte“. Er überlegt kurz und verbessert sich: „100 Bier, bitte!“

Die gute Laune verlieren die drei Engländer auch nach den anstrengendsten Soli nicht. Mehr als zehn Minuten prügelt Kurtis Smith auf atemberaubende Weise auf seine Schlaginstrumente ein und geht dabei wohl selbst am meisten ab. Wie resigniert wirft er anschließend seine Sticks Richtung Publikum - nur um dann einfach mit bloßen Händen weiterzuspielen.

Wer bis dahin noch nicht überzeugt war, den packte der erste Song der Zugabe. Jason Barwick und seine Bandkollegen necken das Publikum mit extrem langsamen und sanften Sounds, um dann unvermittelt mit einem musikalischen Gewittersturm über sie herzufallen - das Publikum feiert sie dafür ekstatisch.

Abgehoben durch den Erfolg wirken die drei übrigens nicht im Geringsten. Bescheiden bedanken sie sich beim Publikum dafür, dass es Livemusik unterstützt. Nichts zu danken! Es war ein großes Vergnügen.

von Vera Zimmermann

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