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Revue im klassischen Broadway-Stil

Theater Revue im klassischen Broadway-Stil

Die beiden Musicals „Cabaret“ und „Chicago“ liefern den Hintergrund, vor dem sich das diesjährige Sommerstück der Waggonhalle abspielt - „Kit Kat Klub“ erzählt die Geschichte von Sally Bowles.

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Selina Erdel schlüpft in die Rolle der Sally Bowles, Patrick Franke verkörpert den Conferencier des Kit Kat Klubs. Foto: privat

Marburg. Das Stück ist eine Hommage an den Komponisten John Kander und den Liedtexter Fred Ebb, die mit „Cabaret“ unsterblich wurden. Geschrieben hat es Nick Westbrock, ein junger Theatermacher aus Gießen, der in der Waggonhalle bereits als Regisseur beim Kurzdramenfestival vertreten war und mit „Kit Kat Klub“ seine erste abendfüllende Regiearbeit vorlegt. Nicht nur, dass er damit Neuland betritt, auch der Musikalische Leiter Patrick Franke übernimmt diese Position erstmals, und Hauptdarstellerin Selina Erdel muss nicht nur erstmals singen, sondern hatte mit einer weiteren Premiere zu kämpfen: dem Tragen von schwindelerregend hohen Absätzen.

Berühmte Songs, neue Geschichte

Doch diese Schwierigkeiten haben das Team nur beflügelt, das getragen scheint von der Begeisterung des Regisseurs für die Musik der beiden Broadway-Musicals, die Ausgangspunkt für die Geschichte waren. Nick Westbrock, der bisher als Regieassistent und Leiter des Jugendclubs am Gießener Theater gearbeitet hat, liebt „Cabaret“ als Stück und als Film: „Im Gegensatz zu anderen Broadway-Musicals ist die Geschichte nicht nur unterhaltend, sondern auch tragisch“, sagt er. Und so sieht er auch sein Stück als Boulevard-Theater mit Tiefgang.

Während man in „Cabaret“ über das Leben der Hauptfigur Sally Bowles (im Film verkörpert von Liza Minelli) nur wenig erfährt, erzählt Westbrock in „Kit Kat Klub“ die Geschichte der Sängerin.

Von ihrer Vergangenheit in Chicago berichtet der erste Akt, im zweiten beleuchtet er die Zeit in Berlin nach der Episode, die „Cabaret“ erzählt. Das Publikum erlebt die Sängerin im Kit Kat Klub, einem geheimen Kabarett 1936 in Berlin, wo Künstler auftreten, obwohl sie in Nazi-Deutschland eigentlich Auftrittsverbot haben. Mit dabei ist auch der Conferencier aus „Cabaret“, den Patrick Franke spielt. Unterstützt werden sie von den drei Kit-Kat-Girls, die mit dazu beitragen sollen, dass sich die Zuschauer tatsächlich wie in einer Revue fühlen.

Es gibt viel Musik und Tanz, wobei berühmte Songs wie „All that Jazz“ oder „Nowadays“ ebenso wenig fehlen wie „Maybe this Time“, „Mein Herr“ und natürlich „Life is a Cabaret“. Der Herausforderung, die weltberühmten Lieder interpretieren zu müssen, stellt sich das Team selbstbewusst - es gehe nicht darum, zu kopieren, die Sängerinnen nähern sich den Songs auf ihre eigene Weise.

Etwa anderthalb Stunden dauern die insgesamt elf Aufführungen, die allesamt um 20 Uhr beginnen. Die Premiere findet am Freitag, 8. August in der Waggonhalle statt, weitere Aufführungen gibt es am 10. August, vom 20. bis 24. August sowie vom 26. bis 29. August.

Von Heike Döhn

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