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Reise durch die Musik des Barock

Konzert Reise durch die Musik des Barock

Mit einem lebendigen und abwechslungsreichen Klangerlebnis bezauberte das Ensemble Colorito zum Jahresabschluss sein Publikum im Hessischen Staatsarchiv.

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Katrin Ziegler (von links), Ute Wischniowski und Toshinori Ozaki musizierten Werke des Frühbarock.

Quelle: Patricia Kutsch

Marburg. Seit fünf Jahren organisieren die Marburger Musikfreunde gemeinsam mit dem Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde einen musikalischen Abschluss im besonderen Rahmen: Im Landgrafensaal des Staatsarchivs beschließen die Besucher das Jahr mit einem Konzert. Diesmal war das Ensemble Colorito aus Frankfurt zu Gast und begeisterte 130 Zuhörer mit ihrem Programm „SaitenKunst“.

Katrin Ziegler (Barockvioloncello), Ute Wischniowski (Cembalo) und Toshinori Ozaki (Laute und Theorbe) musizierten europäische Musik des Frühbarock auf ihren Saiten-Instrumenten. Wie der Name des Ensembles bereits verspricht, spielten die drei Musiker die Stücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf lebendige und farbenfrohe Weise.

Mit ihren historischen Instrumenten nahm das Trio die Konzertbesucher mit auf eine musikalische Reise durch Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien im Frühbarock. Eröffnet wurde der Konzertabend mit einem Werk des Italieners Domenico Gabrielli: Die Sonata für Violoncello gehört zu den ersten Werken, die für dieses Instrument geschrieben wurden. Das frühe Werk bekam durch die Begleitung mit der Theorbe, einer neunsaitigen Basslaute, durch Toshinori Ozaki eine besondere Note.

Eigentlich nicht für das Cello geschrieben wurde die „Recercada“ vom Spanier Diego Ortiz. Dass diese wertvollen Musikstücke des frühbarocken Komponisten trotzdem auf dem Cello zauberhaft klingen können, bewies Ute Wischniowski. Auf ihre eigene Art aufgepeppt haben die drei Musiker auch dieses Stück: Als Ozaki die Theorbe gegen die Laute tauschte, bekam die „Recercada segunda“ einen ganz neuen und schwungvollen Klang, der die Zuhörer mitriss, denn der Musiker entlockte nicht nur den „unhistorischen Nylonsaiten“ Töne, sondern nutzte auch den Holzkörper des Instruments zum Trommeln. Vielseitig und bunt war die Interpretation der sieben „Altfranzösischen Mädchenbilder“ von Louis de Caix d`Hervelois, welche die Zuhörer mit besonderem Applaus bedachten.

Auf der Reise durch die barocke Musikgeschichte begegneten den Konzertbesuchern auch Stücke der Komponisten Giovanni Pittoni, Johannes Hieronymus Kapsberger, Georg Boehm und Antonio Vivaldi. Rund zwei Stunden bezauberte das Ensemble Colorito mit ungewöhnlichen Interpretationen, die die alte Musik in ganz neuem Gewand erscheinen lassen.

von Patricia Kutsch

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