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Reich-Ranickis Bibliothek kommt nach Marburg

Erbschaft für Marburg Reich-Ranickis Bibliothek kommt nach Marburg

Schon lange vor seinem Tod hat der Kritiker Marcel Reich-Ranicki entschieden, was mit seinen Büchern geschehen soll. "Abertausende" seien es, sagt sein Sohn Andrew. Manche kommen nach Marbach, andere nach Marburg.

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Marcel Reich-Ranicki war im Juli 2010 in Marburg zu Gast, um die Arbeitsstelle Marcel Reich-Ranicki für Literaturkritik in Deutschland“ einzuweihen. Heute, zwei Tage nach dem Tod des Literaturpapstes wurde bekannt, dass er seine Bücher der Universität Marburg vermacht.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Marcel Reich-Ranicki hat den größten Teil seiner Bücher der Universität Marburg hinterlassen. Das bestätigte die mittelhessische Hochschule der Nachrichtenagentur dpa. Der Sohn des am Mittwoch gestorbenen Literaturkritikers, Andrew Ranicki, sagte in einem Interview der "Bild"-Zeitung vom Freitag, es handle sich um "Abertausende" Bände."Sie gehen alle an die Universität Marburg."

Bereits 2006 habe Reich-Ranicki einen Teil seiner Sammlung nach Marburg gegeben, sagte die Leiterin der Bibliothek Germanistik und Medienwissenschaft, Lydia Kaiser. Es handle sich um mehr als 1000 Bücher. Wie viele nun noch dazukommen, sei unklar. Es werde wohl der wertvollere Teil der Sammlung sein: Als die Hochschule seinerzeit die ersten Bücher abgeholt habe, habe Reich-Ranicki die Lieblingsautoren zurückgehalten. "Das ist was für später", habe er gesagt.

"Wir haben das Erbe gern angenommen"

Seit 2010 gibt es in Marburg eine "Arbeitsstelle Marcel Reich-Ranicki für Literaturkritik in Deutschland". Ihr Leiter, Professor Thomas Anz, kennt Reich-Ranicki über die gemeinsame Arbeit bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Über ihn sei der Kontakt zustande gekommen, berichtete Kaiser. Einen Tag nach dem Tod seines Vaters habe Andrew Ranicki Prof. Anz angerufen. "Wir haben das Erbe sehr gern angenommen", sagte Kaiser.

Nicht nach Marburg kommen Bücher mit persönlichen Widmungen: Der eigentliche Nachlass geht an das Deutsche Literaturarchiv in Marbach (Baden-Württemberg). Reich-Ranicki hatte dem Archiv bereits 2003 große Teile davon übergeben. Zum Nachlass zählen neben seiner Korrespondenz mit berühmten Autoren auch die signierten Bücher.

Nährere Informationen folgen in Kürze. Bis dahin lohnt sich der Blick ins Archiv:

 

dpa

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