Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Regenpause wird bestens ausgefüllt

Studenten-Sinfonieorchester Regenpause wird bestens ausgefüllt

Es war schon ein imposantes Bild, das die 150 Laienmusiker am Wochenende auf der Schlossparkbühne abgaben. Doch spannender war die Frage, ob auch das Wetter bei der Freiluftaufführung mitspielen würde.

Voriger Artikel
Farbe, fette Beats und Freudentränen
Nächster Artikel
Ein Stück Heimat in Bild gebannt

Das Studierenden-Sinfonie-Orchester Marburg wagte es am Samstag trotz Regenrisikos auf der Schlossparkbühne zu spielen. Diese doch recht kühne Entscheidung wurde mit einer Regenpause belohnt.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Es war fast, als würde die Schicksalsgöttin Fortuna beim eindrucksvollen Eingangs­chor auch um Schutz des Konzertes gebeten. Vorsorglich hatten die Streicher des Studenten-Sinfonieorchesters (SSO) ihre Instrumentenkoffer mit auf die Bühne gebracht. Luise Rost, erste Vorsitzende des SSO, begrüßte am Samstag das Publikum und kündigte an, dass im Falle von Regen das Konzert unterbrochen, notfalls sogar abgebrochen werde. „Die Holzinstrumente dürfen eigentlich nicht einen Tropfen Wasser abbekommen“, lautete die Begründung. Doch das Wetter hielt.

„Wir konnten keine Anspielprobe machen, da es immer wieder leicht regnete und so ein Proben mit den Streichern nicht möglich war. Wir haben dann alles auf eine Karte gesetzt“, berichtete Luise Rost nach dem Konzert. Trotz der Anspannung hatten die Musiker sichtlich Spaß, allen voran Dirigent Metzger, der mit einem Lächeln führte.

Bläser stechen vervor

Es wäre wirklich schade gewesen, hätte diese Veranstaltung im Audimax stattgefunden. Es war ein besonderes Erlebnis, das so vielseitige Werk Carl Orffs unter freiem Himmel zu erleben. Sicher, die Akustik wäre im Audimax besser gewesen. Dank großzügiger Unterstützung der Stadt Marburg, dem Veranstaltungsservice und der Firma Flashlight wurden die Musiker und Sänger durch Mikrofone auf der Schlossparkbühne unterstützt. Doch der Klang ist dadurch einfach anders.

Gleich beim zweiten Chorstück, das anfangs nur von den männlichen Stimmen gesungen wurde, schätzte man diese Unterstützung sehr. Beim Spiel des gesamten Orchesters stachen jedoch die Bläser, vor allem die Trompeten, zu dominant hervor.

Der Chor bestand zu großen Teilen aus Sänger und Sängerinnen des Marburger Konzertchors sowie weiteren Mitgliedern von Marburger Chören, die wie die Musiker des SSO eine hervorragende Leistung ablieferten. Die in Mittelaltdeutsch gehaltenen Partien wurden so ausdrucksstark interpretiert, dass sie sogar ohne den abgedruckten Text des Programmheftes verständlich waren. Als Solisten traten der Tenor Michael Eliscasis, Sopranistin Katharina Borsch und Bariton Martin Schmidt auf. Eliscasis begeisterte bei seinem Solo „Cignus ustus cantat“ als gebratener Schwan, bei dem er völlig in seiner Rolle aufging und das Publikum zum Lachen brachte. Bariton Schmidt intonierte sein Solo „Estuans interius“ so leidenschaftlich, dass man die mittellateinische Sprache beinahe für Italienisch halten konnte.

Der Schlusschor, wieder „O Fortuna“, erklang noch einmal mit voller Kraft. Einige Musiker sahen zwischendurch bangend gen Himmel als einzelne, kleine Regentropfen fielen. Beim kräftigen Applaus mit Jubel und Standing Ovations richtete Dirigent Ulrich Manfred Metzger seine dankenden Gesten nicht nur an Musiker und Sänger, sondern auch Richtung Himmel. Erst als sich Publikum und Musiker auf den Heimweg machten, setzte der Regen ein.

von Mareike Bader

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr